Tiere brauchen dringend Hilfe

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Tierheimleiterin Sara Roggensack kümmert sich jeden Tag liebevoll um ihre Schützlinge. Nur von Zuwendung können die Vierbeiner jedoch nicht leben. Die Mitarbeiter sind dringend auf Spenden angewiesen.

Heedfeld -   Manfred Hardy, Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung, ist verzweifelt: „Der Dezember war immer unser bester Spendenmonat.“ In diesem Jahr bleiben die Geldzuwendungen jedoch fast komplett aus. Für das Tierheim eine Katastrophe. „Wir sind wirklich in Bedrängnis“, sagt Hardy.

Seit 15 Jahren ist Manfred Hardy Vorsitzender des Tierschutzvereins. Aber so etwas habe er noch nie erlebt. In den Vorjahren seien Spenden ab Ende November beim Tierheim eingegangen. Geld, das dringend für Futter, Tierarztkosten und die Heizung benötigt werde. Zwar hätten schon ein paar Menschen etwas gespendet, aber das sei nicht genug. „Wir sind für jede Spende dankbar. Auch kleine Beträge helfen und sind ganz wichtig“, erklärt Hardy.

Auch durch die Vermittlung von Tieren käme keine Geld mehr in die Kasse, da ab Mittwoch keine Tiere mehr vermittelt werden. „Wir wollen die Weihnachtsgeschenke nicht im Januar wieder zurückbekommen“, sagt Hardy.

Seit zehn Jahren verzichtet das Tierheim auf eine Vermittlung vor den Feiertagen. „Wir sind damit gut gefahren“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

In der Vergangenheit hätten die Tierheimmitarbeiter immer wieder erlebt, dass insbesondere Kleintiere nach Weihnachten, wenn die Kinder das Interesse daran verloren haben, wieder abgegeben werden. Viele unterschätzen den zeitlichen Aufwand, den auch ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen mit sich bringe. „Oft heißt es bei der Rückgabe dann, dass das Kind allergisch reagiere“, berichtet Hardy.

Aber nicht nur Nager, auch Hunde und Katzen würden teilweise als Geschenk dienen. Manfred Hardy erinnert sich an einen Anruf im vergangenen Jahr: Ein Mann habe sich gemeldet und gesagt, jemand solle ihm einen Hund vorbeibringen. „Ihm war völlig egal, was für ein Hund es ist. Es war ganz offensichtlich, dass er das Tier verschenken wollte“, sagt Hardy.

Wenn Tiere abgeholt und dann nach ein paar Wochen wieder abgegeben werden, habe das Auswirkungen auf den Zustand. „Es ist ein Schockerlebnis für die Tiere, wenn sie sich gerade an eine neue Umgebung und an neue Menschen gewöhnt haben, und dann wieder rausgerissen werden“, weiß der Vereinsvorsitzende. Weil für die Tierheimmitarbeiter aber das Wohl ihrer Schützlinge an erster Stelle stehe, sollen die Tiere nicht als Geschenke enden.

Um sich gut um die Vierbeiner kümmern zu können, ist das Tierheim auf Spenden angewiesen. Umso schwerer belastet Manfred Hardy die derzeitige Situation. Er hofft, dass noch Geld in die Kasse kommt: „Wir haben ja keine Ersparnisse, auf die wir zurückgreifen können. Wenn keine Spenden mehr kommen, wird es echt ein harter Winter.“

Von Jana Peuckert

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