Tierheim baut Patenschaft aus

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Stefan Bruchmann, ehrenamtlicher Helfer des Tierheims Dornbusch (links), und Thomas Höllmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheid, suchen nicht nur für diese Katzenbabys neue Besitzer, sondern auch Paten für schwer vermittelbare Tiere.

Hülscheid - Patenschaften für ein Tier zu übernehmen, sind nicht mehr nur im Zoo, sondern jetzt auch im Tierheim Dornbusch möglich. Die Einrichtung möchte Bürger, die aus verschiedenen Gründen selbst kein Tier halten können, dafür gewinnen, Pate für einen Hund oder eine Katze zu werden und das Heim finanziell zu unterstützen.

Gleichzeitig sucht das Tierheim Ehrenamtliche, die sich handwerklich für die Einrichtung einbringen.

Baumängel gibt es im Tierheim Dornbusch einige: In den Hundezwingern fallen die Fliesen von den Wänden, an vielen Stellen muss neuer Putz und ein frischer Anstrich her, und im Katzenhaus sackt der Boden ab und die Feuchtigkeit kommt durch. „Das sind alles Arbeiten, die wir aus finanziellen Gründen zurückstellen müssen. Unsere Gelder reichen nur zum Überleben, aber nicht, um Rücklagen zu bilden oder Sanierungen an den Gebäuden durchzuführen“, erklärt Thomas Höllmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheid.

Rund 180 000 Euro müsse der Verein im Jahr aufbringen. „Durch Spenden und die Zuwendungen der Kommunen haben wir das bis jetzt immer noch auf den Euro genau leisten können. Aber bautechnisch muss dringend etwas im Tierheim passieren und dafür fehlt uns das Geld.“

Um einige Baumaßnahmen doch noch mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand durchführen zu können, sucht das Tierheim Bürger, die sich ehrenamtlich einbringen möchten und handwerklich geschickt sind. „Gemeinsam könnten wir einiges umsetzen und das würde uns schon nach vorne bringen“, sagt Höllmann.

Alte und kranke Tiere unterstützen

Des Weiteren möchte das Tierheim sein Patenschafts-Programm ausbauen. Es werden Bürger gesucht, die ein Tier finanziell unterstützen und es nach Absprache mit dem Heim besuchen. Das Programm soll besonders den Tieren zugute kommen, die aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustandes als schwer vermittelbar gelten. „Eine finanzielle Unterstützung ist bereits ab fünf Euro möglich. Das Geld wird in spezielles Futter oder in Tierarztkosten investiert. Zudem wird davon der allgemeine Betrieb der Einrichtung mitfinanziert“, erklärt Höllmann.

Für das Tierheim wird derzeit eine neue Internetseite erstellt, auf der auch Tiere vorgestellt werden. „Dort können sich die Bürger ein Patentier aussuchen, das sie gern unterstützen möchten. Interessierte haben aber auch die Möglichkeit, in der Einrichtung mit den Pflegern ein geeignetes Tier finden“, sagt Stefan Bruchmann, der sich ehrenamtlich im Heim engagiert.

Die Paten erhalten eine Urkunde und werden regelmäßig per Brief und E-Mail darüber informiert, wie es dem Tier geht. Auf der Internetseite der Einrichtung www.tierheim-dornbusch.de wird zu einem späteren Zeitpunkt auch ein Patenschaftsformular zu finden sein.

Wer ein Tier nicht nur finanziell unterstützen möchte, kann es auch im Rahmen einer Pflegestelle bei sich zuhause aufnehmen. „Das gilt vor allem für schwer vermittelbare Tiere, die alt oder krank sind. Die wären in einer Pflegestelle mit Kontakt zu Menschen gut aufgehoben“, erklärt Höllmann. Die Helfer kommen für das Fressen auf, die Arztkosten trägt weiterhin das Tierheim. „Die Leute, die sich als Pfleger bewerben, besuchen wir zunächst und führen unter anderem eine Vorkontrolle durch.“

Das Pflegestellen-Programm gilt aber auch für Babykatzen, die viel Zuwendung brauchen und nachts gepflegt werden müssen. Bruchmann: „Im Heim haben die Welpen wenig menschlichen Kontakt und es wäre toll, wenn sie sich in einer Pflegestelle an Menschen gewöhnen könnten.“

Von Alisa Kannapin

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