Brunftzeit: Wenn es im Wald etwas lauter wird

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Ein Reh springt über eine Wiese. Wenn ein Bock eine Ricke treibt, dann ist es vorbei mit der friedlichen Ruhe.

Schalksmühle - Ein besorgter Spaziergänger alarmierte kürzlich Thimo Lückmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Schalksmühle-Hülscheid. Er habe im Wald wild herumtobendes und schreiendes Rehwild gesichtet. Der Jäger konnte den Mann beruhigen. „Das ist derzeit normal.“ Im Interview erklärt er, was mit den Tieren momentan los ist.

Herr Lückmann, was geschieht da im Wald?

Thimo Lückmann: Es ist Brunftzeit oder auch Blattzeit beim Rehwild. Die Hauptphase liegt zwischen Mitte Juli und Mitte August. Je wärmer es ist, desto aktiver ist das Wild. Bei so einem Wetter sind die Tiere früh dabei, die Temperaturen fördern das Ganze. Sie brauchen Wärme, um sich fortzupflanzen. 

Welche Wildarten haben jetzt Blattzeit? 

Ein weibliches Rehwild liegt an einer Straße. Solche Unfälle sind meldepflichtig.

Lückmann: Das heimische Rehwild. Dammhirsche, wie sie vereinzelt im Ebbegebirge bei Meinerzhagen vorkommen, haben sie eher im Herbst. Sie brauchen nicht so viel Wärme. 

Was sind das für Laute, die die Tiere machen? Kann man Männchen und Weibchen unterscheiden? 

Lückmann: Der Ablauf der Brunft ist folgendermaßen: Die Ricke gibt Fiep-Laute von sich und signalisiert den Böcken, dass sie da ist und lockt sie so an. Der Bock hingegen schreckt. Er gibt also Laute ab, die an Schreien erinnern. Trifft ein Bock auf eine Ricke, dann beginnt er sie zu treiben. Er jagt sie über Feld und Wiesen – ohne Rücksicht. So regt er den Stoffwechsel und damit den Eisprung des Weibchens an. 

Ist dieses Treiben für Spaziergänger gefährlich? 

Thimo Lückmann klärt über die Brunftzeit auf.

Lückmann: Generell nicht. Rehwild ist sehr friedvoll. Man ist eher gefährdet, wenn man auf eine Ricke mit ihren Kitzen trifft. Aber da kommt es nur in Ausnahmefällen zu Konfrontationen. Aber als Autofahrer sollte man auch tagsüber auf den Straßenrand achten. Das Treiben der Tiere macht nicht vor der Fahrbahn halt. 

Was ist zu tun, wenn es doch zu einem Unfall mit einem Tier kommt?

Lückmann: Dann kann das Liebesspiel auch tödlich enden. Der Autofahrer sollte kein Ausweichmanöver versuchen. Sonst landet er im schlimmsten Fall im Gegenverkehr. Leider heißt es stattdessen „Augen zu und durch“. Man muss die Kollision in Kauf nehmen. Alle Unfälle mit Wild sind bei der Polizei meldepflichtig. Es kann so zu einer Nachsuche kommen, wenn das Tier verletzt wurde. 

Hegering Schalksmühle-Hülscheid, Tel. 0 23 51/9 26 06 40, E-Mail marc@wersbecke.de

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