Mit Thermografie-Aktion Energielecks aufspüren

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Ralf Bechtel (von links), Fachbereichsleiter Technisches Bauamt der Gemeinde, Energieberater Helge Pfingst und Bürgermeister Jörg Schönenberg stellten jetzt die gemeinsame Thermografie-Aktion vor.

Schalksmühle - Ein spezielles Winterpaket, eine Kombination aus Thermografie und Energieberatung, bietet die Verbraucherzentrale in Kooperation mit der Gemeinde an, um Energielecks an Gebäuden aufzuspüren. Ziel ist es die Energiekosten nachhaltig zu senken.

"Unsere Zusammenarbeit mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale besteht schon längere Zeit, jetzt rufen wir gemeinsam die Thermografie-Aktion ins Leben“, sagt Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt der Gemeinde.

Im Rahmen der Winteraktion macht ein Thermograf nachts mit einer Wärmebildkamera zunächst Außenaufnahmen des Gebäudes – die Bewohner können dabei weiterschlafen –, bevor die Bilder im Rahmen der Energieberatung durch einen Experten der Verbraucherzentrale (VZ) analysiert und erklärt werden. „Denn ohne fachkundige Deutung sind die Wärmebilder kaum mehr als ein hübscher Wandschmuck“, sagt Helge Pfingst, Energieberater der Verbraucherzentrale aus Lüdenscheid.

Zuschuss aus der Gemeindekasse

Normalerweise koste ein solches Paket aus Thermografie und Beratung gut 300 Euro, so Pfingst. Die VZ bietet dieses aber jetzt im Rahmen des Projektes Energiewende der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen für 165 Euro an. „Zudem halten wir das Energiebewusstsein in der Bevölkerung für verbesserungswürdig. Deshalb erhalten die ersten zehn Schalksmühler, die sich für die Thermografie-Aktion anmelden, von der Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 60 Euro, müssen also nur 105 Euro zahlen“, sagt Ralf Bechtel. 

„Es ist wichtig den Umweltgedanken nachhaltig zu fördern“, meint auch Bürgermeister Jörg Schönenberg. „Deshalb brauchen wir möglichst viele Multiplikatoren, die wir mit dieser Aktion gewinnen wollen.“

Anmelden für das Winterpaket können sich Besitzer von selbstbewohntem Eigentum. Wenig Sinn mache eine Thermografie laut Pfingst bei von außen verschalten Häusern, weil auf Wärmebildern von diesen Häusern kaum etwas zu erkennen sei. Ansonsten gelte in der Regel: „Je älter ein Haus ist, desto mehr Energielecks sind vorhanden.“ „Bei einem Gebäude, das in den 1960er-Jahren gebaut wurde, ist es möglich mit verschiedenen Maßnahmen bis zu 50 Prozent der bisherigen Energiekosten einzusparen“, sagt Pfingst.

Fenster und Türen häufige Schwachstellen

Aktion läuft bis Ende März

Wer sich an der Sonderaktion der Verbraucherzentrale beteiligen möchte, bekommt weitere Informationen im Internet unter www.vz-nrw.de/thermoaktion, der Rufnummer 0 23 51 / 37 95 00 7 oder direkt in der Energieberatungsstelle Lüdenscheid, Altenaer Straße 5. Über diese drei Wege ist auch das Antragsformular zum Winterpaket erhältlich. Die ersten zehn ausgefüllten Anträge, die wieder bei der Energieberatungsstelle in Lüdenscheid eingehen, werden von der Gemeinde bezuschusst. Statt 165 beträgt der Gesamtpreis dann nur noch 105 Euro. „Bearbeitet werden die Anträge ab 16. November. Wir haben dann bis etwa Ende März die Möglichkeit Wärmebilder zu machen. Anschließend ist der Temperaturunterschied zwischen der Außenluft und dem Gebäudeinneren nicht mehr groß genug, um einen ausreichenden Kontrast in den Aufnahmen zu haben“, erklärt Helge Pfingst von der Energieberatungsstelle.

Typische Stellen für Energielecks sind immer dort, wo zwei Bauteile aufeinander treffen. „Häufig entweicht kostbare Wärme über das Dach, die Fenster und Türen. Aber auch dünne Wände an Heizkörpernischen und ungedämmte Außenwände können Energielecks sein“, so Pfingst.

Sind die Schwachstellen gefunden, erläutert der Experte, auch bei einem Termin vor Ort, was die Gebäudeeigentümer dagegen tun können, berät zu Kosten, gesetzlichen Vorgaben und finanziellen Fördermöglichkeiten. „Je nachdem, welche Maßnahmen vorgenommen werden sollen, gibt es für viele Gebäude die Option, Fördermittel zu bekommen“, so Pfingst.

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