Einstieg in Probenarbeit

Theaterwerkstatt: "Schachnovelle" das neue Stück

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Das Ensemble der Theaterwerkstatt Schalksmühle um Regisseur Reinhard Meyer (Zweiter von links) mit einem Modell der Bühne, die für das neue Stück „Schachnovelle“ benötigt wird

Schalksmühle - Die Theaterwerkstatt Schalksmühle (TWS) führt im November Helmut Peschinas „Schachnovelle“ nach der gleichnamigen Erzählung von Stefan Zweig auf. Nach reiflicher Überlegung und sorgsamer Suche nach einem geeigneten Stück, das zum Ensemble und den vorhandenen Räumlichkeiten passt, hat sich die Theaterwerkstatt in ihrem Sabbatjahr für das anspruchsvolle Stück, das als scheinbar harmlose Fahrt auf einem Passagierdampfer beginnt und sich schnell als tiefgründiger Blick in seelische Abgründe entpuppt, entschieden. Premiere ist am Samstag, 4. November, in der Grundschule Spormecke.

In einer Bearbeitung von Reinhard Meyer, der bekanntlich die Nachfolge der langjährigen, im Oktober 2015 verstorbenen TWS-Regisseurin Ingrid Kämper angetreten hat (wir berichteten), ist das unter die Haut gehende Stück dann ab 18 Uhr zu sehen. Insgesamt fünf Vorstellungen sind angesetzt.

Bei der monatlichen Zusammenkunft am Montag in der Grundschule Spormecke, die gleichsam Eröffnung der internen Saisonvorbereitung war, erhielten die Darsteller die Textbücher.

Vom Fischer-Verlag die Rechte zum Spielen von Zweigs letztem und bekanntestem Werk, das zwischen 1938 und 1941 im brasilianischen Exil entstand, zu erhalten, war indes alles andere als leicht. „Das Stück wird von einer Puppenbühne im gesamten Ruhrgebiet gespielt“, berichtet Uwe Baumann aus dem vierköpfigen Vorbereitungsteam, der in der TWS-Inszenierung in die Rolle des US-Millionärs McConnor schlüpfen wird, von anfänglichen Problemen. „Wir mussten uns erst von der Puppenbühne die Genehmigung geben lassen“, so Baumann. Mittlerweile ist alles in trockenen Tüchern.

Bühne wird aufwändig hergerichtet

Fertig gestellt hat Reinhard Meyer bereits das Modell der Bühne, die für die „Schachnovelle“ aufwändig hergerichtet werden muss. „Wir haben viele Schauplatzwechsel“, erläutert er im Gespräch. Mit einer kleinen, drehbaren Bühne, die in die Szenerie des Passagierdampfers integriert ist, lassen sich die Rückblenden und zeitlichen Sprünge des Stückes mühelos realisieren.

Bis zu den Sommerferien trifft sich das Ensemble, für das jetzt das Lesen und Herantasten an die Rollen beginnt, in vierwöchigem Rhythmus. Danach beginnt eine intensive Probenzeit. „Wir kommen auf 20 bis 25 Proben“, rechnet Reinhard Meyer, der die TWS erstmalig von Anfang an bei der Einstudierung eines Stückes begleitet, nach.

Bei „Die zwölf Geschworenen“, dem letzten Erfolgsstück der Schalksmühler, stieg er in die von Ingrid Kämper begonnene Probenarbeit ein. In den Hauptrollen der ambitionierten Produktion werden neben Uwe Baumann, der den großspurigen Millionär mimt, Sven Schneider als Dr. Bertram (ehemaliger Gestapo-Gefangener) und Michael Lynker als Schachweltmeister Czentovic zu sehen sein.

In die Schachpartien, die McConnor dem Weltmeister aufdrängt, mischt sich Bertram, der in Gestapo-Haft ein Martyrium hinter sich hat, ein – mit überraschendem Ergebnis. Im Rückblick kommt seine tragische Geschichte, die mit Schach zum Erhalt der intellektuellen Widerstandskraft, Isolation und Wahnvorstellungen zu tun hat, ans Licht. 

In weiteren Rollen erwecken Simone Thewes, Michaela Half-Dicke, Dietmar Wilde, Markus Schwarz, Felicitas von Biedersee, Jan-Arne Heyrock und Claudia Baumann die packende Geschichte zum Leben. 

Nach der Premiere sind weitere Vorstellungen am 5. November, 17. November, 18. November und 19. November vorgesehen. Beginn der Vorstellungen ist jeweils um 18 Uhr.

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