Theaterwerkstatt zurück in Schalksmühle

„Terror“ auf der Bühne - Theaterwerkstatt kehrt zurück

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Verteidiger (Sven Schneider) und Staatsanwältin (Simone Thewes) liefern sich ein hartes Rededuell.

Schalksmühle - Die Theaterwerkstatt Schalksmühle bereitet sich auf neue Auftritte vor. Das Stück „Terror“ bringen die Mitglieder auf die Bühne – in diesem Jahr auch wieder in Schalksmühle.

Der Angeklagte: Major Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr. Sein Vergehen: der Abschuss einer von Terroristen gekaperten Passagiermaschine, die in selbstzerstörerischer Absicht auf die ausverkaufte Münchner Allianz-Arena zusteuert. Mit den Terroristen sterben 164 Menschen an Bord. Mehr als 70 000 Fußballfans im Stadion überleben. Wochen später muss Lars Koch seine einsame Entscheidung vor einem Schöffengericht verteidigen. 

Genau an diesem Punkt setzt Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“ an, das die Theaterwerkstatt Schalksmühle (TWS) im Herbst im PZ der Primusschule zur Aufführung bringt. Nachdem die spielfreudige Truppe mit ihrem Jubiläumsstück „Die Falle“ aufgrund technischer Schwierigkeiten ins Lüdenscheider Kulturhaus ausweichen musste, kehrt sie mit ihrer neuen Produktion an vertraute Wirkungsstätte zurück. 

Premiere am 2. November

Am 2. November hebt sich der Vorhang für ein beklemmendes, aufrüttelndes Stück, bei dem das Publikum in die Rolle der Schöffen schlüpft und über den Ausgang des Dramas bestimmt. Bei den wöchentlichen Proben in der Primusschule übt die Theaterwerkstatt das Stück, das auf Freispruch oder Verurteilung des Angeklagten als 164-facher Mörder hinausläuft, in Gemeinschaftsarbeit ein. Reinhard Meyer, der mit der Gruppe bereits drei erfolgreiche Inszenierungen einstudiert hat, steht den Schauspielern aufgrund der derzeitigen Personalnot im Kulturhaus diesmal nicht als Regisseur zur Verfügung.

Ein schwieriger Fall für Anke Schneider, Anne Chmielek, Uwe Baumann, Simone Thewes, Hendrik vom Heede, Claudia Baumann, Sven Schneider, Felicitas von Biedersee und Benjamin von Biedersee (von links).

 

Bei Schirachs „Terror“ kann sich die TWS ganz und gar auf das gesprochene Wort und die im Stück aufgeworfenen Fragen nach Recht und Moral in einer Ausnahmesituation konzentrieren. 

Kein aufwendiges Bühnenbild

Ein aufwendiges Bühnenbild wie bei den vorherigen Stücken braucht es nicht. Von ihren Schreibtischen aus verhandeln Richter, Verteidiger und Staatsanwalt den bedrückenden, erschütternden Fall. Jeder einzelne Zuschauer ist als Schöffe angesprochen, über Schuld oder Unschuld des angeklagten Kampfjetpiloten zu entscheiden.

„Das Publikum stimmt ab, ob er schuldig oder unschuldig ist“, erläutert Uwe Baumann. Entsprechend der Abstimmung aus Reihen der Schöffen fällt der Urteilsspruch und entsprechend das Ende des Stückes aus. „Es gibt zwei Versionen des Schlusses“, ergänzt Baumann. „Das kann jeden Abend anders aussehen.“ 

Für seine Entscheidung muss sich Major Lars Koch (Hendrik vom Heede) vor Gericht verantworten.

Als Angeklagter Lars Koch muss sich Hendrik vom Heede vor Gericht für den Abschuss der Passagiermaschine gegen anderslautenden Befehl rechtfertigen. Sven Schneider steht ihm als Rechtsanwalt Biegler zur Seite. Uwe Baumann führt als Richter den Vorsitz über die Verhandlung. Als Protokollführerin hält Anne Chmielek alles Gesagte fest. Anklage erhebt Simone Thewes als Staatsanwältin. Als Nebenklägerin fordert Claudia Baumann in der Rolle der Franziska Meiser, deren Ehemann im abgeschossenen Flugzeug saß, Rechenschaft über das Warum und Wieso. Als weiterer Zeuge ist Oberstleutnant Lauterbach, dargestellt von Felicitas von Biedersee, mit von der Partie. Benjamin von Biedersee mimt den Gerichtsdiener. Vervollständigt wird die Besetzung von Anke Schneider und Souffleuse Miriam Baumann.

Die Termine

Premiere am 2. November, weitere Aufführungen am 3., 16. und 17. November, jeweils ab 18 Uhr im PZ.

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