Theaterwerkstatt begeistert mit Lessings Lustspiel

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Der treue Paul Werner (Uwe Baumann, rechts) trug viel dazu bei, dass es zwischen Minna (Claudia Baumann) und dem Major von Tellheim (Hendrik vom Heede) ein Happy End gab. Das rechtfertigte auch einen warmen Händedruck auf Paul Werners Schulter.

SCHALKSMÜHLE - Zu ihrem 25. Geburtstag erfreut die Theaterwerkstatt Schalksmühle das Publikum mit einem großen Wurf: Langen Beifall gab es am Samstagabend im Pädagogischen Zentrum (PZ) Löh für die Premiere von Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm“.

Und der war in jeder Hinsicht berechtigt, denn schauspielerisch bot das Ensemble einiges.

Major von Tellheim hat ein Problem: Unverschuldet ist er in finanzielle Not geraten, und nach dem Abschied aus der Armee glaubt der Offizier, dass er als Gescheiterter kein Anrecht mehr hat, aus seiner Verlobten Minna von Barnhelm seine Frau zu machen. Doch er hat die Rechnung ohne das lebenskluge und charmante Fräulein gemacht.

Der komische Zufall tut das Seine: Tellheim quartiert sich mitsamt seinem Diener Just in einem Berliner Gasthaus ein, wo kurz darauf auch das Fräulein eintrifft, um nach ihrem Verlobten zu suchen. Der Major ist derart abgebrannt, dass er seinen Verlobungsring versetzt hat. Es braucht viele Verwicklungen und ihre Auflösung, bis er ihn wiederhat und seine Minna endlich in die Arme schließt.

Bestens besetzt war die Rolle des Fräuleins mit Claudia Baumann. Sie versprühte charmant jenen kessen und lebensklugen Widerspruchsgeist, mit dem Lessings Minna der spröden Ehrpusseligkeit des eigentlich recht wackeren Majors heimleuchtet. Hendrik vom Heede verkörperte glaubwürdig den in traditionellen Vorstellungen gefangenen Major, der lange braucht, um seine Irrtümer und Verfehlungen endlich einzusehen.

Lessings Traumpaar zur Seite standen ebenfalls bis in die Details durchgearbeitete Figuren. Allen voran Simone Thewes als Minnas Begleiterin Franziska, die zielstrebig auf ein doppeltes Happy End hinarbeitete. Der von ihr erfolgreich umgarnte Uwe Baumann gab den treuen Paul Werner, der dem Major menschlich und finanziell immer gewogen bleibt. Eine sehr witzige Figur machte Sven Schneider als der Wirt des Etablissements, der auf der Jagd nach einem guten Geschäft immer für einen unterhaltsamen Auftritt gut war. In weiteren Rollen spielten Andreas Stach, Felicitas von Biedersee, Markus Schwarz, Michael Lynker, Dietmar Wilde und Benjamin Katte.

Gemeinsam mit den Akteuren wurden die Regisseurin Ingrid Kämper und Maskenbildnerin Beate Leyendecker gefeiert. Sie hatte den Figuren ein historisches Aussehen verpasst, das ins 18. Jahrhundert passte. Und noch jemand bekam höchstes Lob vom Ensemble: Elisabeth Jäger vom Kulturbüro der Gemeinde, die sich um all das kümmert, was um die Aufführungen der Theaterwerkstatt herum zu tun ist.

Wer die Schalksmühler „Minna“ noch nicht gesehen hat, hat dazu nur noch am 16. November, ab 18 Uhr, im PZ Löh Gelegenheit. Karten gibt es telefonisch unter 0 23 55 /8 40, unter E-Mail: kulturbuero@schalksmuehle.de und mit Glück noch an der Abendkasse. - Von Thomas Krumm

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