Tenöre treffen den Nerv solo und im Duett

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Tony Tchakarov und Plamen Patov ergänzten sich oder kontrastierten beim Vortrag in der Erlöserkirche stark, abhängig von den Erfordernissen der ausgewählten Literatur. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Es dauerte nicht lange bis die „Tenöre4you“ ihr Publikum gewonnen hatten. Am Sonntagabend traten Tony Tchakarov und Plamen Patov in der Erlöserkirche auf und von Stück zu Stück bekamen die beiden Sänger mehr Beifall.

Schon mit dem Einstiegslied „Moon River“ aus dem Film „Frühstück bei Tiffany’s“ hatten sie gezeigt, wohin der Abend gehen sollte: Unterhaltung auf anspruchsvollem Niveau mit bekannten und beliebten Stücken. Die ersten, aber bei weitem nicht letzten, Jubelrufe zum Applaus erntete Tchakarov für „O Sole mio“, gesungen auf deutsch, dem sechsten Titel des Abends. Damit hatten die Sänger das Publikum endgültig für sich gewonnen.

Mit ihrem Programm aus Liedern aus verschiedenen Jahrhunderten – angefangen von Kirchenliedern, Stücken von Schubert über Arien aus bekannten Opern bis hin zu Gospels und Songs aus Musicals trafen die „Tenöre4you“ ziemlich genau den Nerv ihrer Zuhörer. Je bekannter das jeweilige Stück, desto mehr kann es beim Publikum an.

Schwerer hatten es eher ungewöhnliche Interpretationen, wie eine stark am Jazz ausgerichtete Version des Gospels „Amazing Grace“, dargeboten von Plamen Patov. Auch „Panis Angelicus“ erhielt im Vergleich zu anderen Stücken des Abends verhaltenen Beifall. Anders dagegen „Joyful, joyful“, eine Version von Beethovens „Ode an die Freude“, die Plamen Patov angelehnt an den Film „Sister Act“ präsentierte.

Interessant war das Konzert nicht zuletzt durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Stimmen der beiden Sänger. Bei weitem die meisten Stücke des Abends präsentierten sie als Duett. Dabei kontrastierte die kraftvolle, klassisch ausgebildete Stimme des Opernsängers Tchakarov, die weitestgehend auf ein Mikrophon verzichten konnte, auf abwechslungsreiche Weise mit der eher weichen Stimme des Nachwuchstalents Patov. Besonders auffällig waren die Gegensätze unter anderem bei „Summertime“ aus der Gershwin-Oper „Porgy and Bess“ zu hören, dem letzten Stück des regulären Programms. Weniger kontrastreich, dafür sich ergänzend kamen die Tenöre unter anderem bei Schuberts „Ave Maria“ oder dem italienischen Lied „Cielito Lindo“, das den ersten Höhepunkt des Abends unmittelbar vor der Pause markierte.

Richtig lebhaft wurde es noch einmal mit der ersten Zugabe, bei der das Publikum eifrig mitklatschte: „Hava Nagila“. Selbst singen durften die Zuhörer beim definitiv letzten Lied des Abends – auch wenn sie gerne noch das eine oder andere mehr gehört hätten: „Guten Abend, gute Nacht“. ▪ gör

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