„Kultur muss bezahlbar sein“

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Die Teilnehmer teilten sich in Gruppen auf und erarbeiteten ihre Ziele. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Ein Eventmanagementteam als Ansprechpartner, eine langfristige Mixfinanzierung, ein Fundus mit Equipment für Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen an einem zentralen Ort. Die Teilnehmer der Zielkonferenz im Rahmen der Kulturagenda Westfalen trugen jetzt viele Ideen zusammen, um der Kultur in den vier Kommunen Schalksmühle, Kierspe, Meinerzhagen und Halver zukünftig einen festen Platz einzuräumen.

Aus allen vier Kommunen fanden sich Vertreter aus Kultur, Politik und Verwaltung sowie Bürger im PZ Löh ein, um die Ideen aus der Visionskonferenz zu konkretisieren und genaue Ziele herauszuarbeiten. Nachdem Reinhart Richter, Kulturbeauftragter im Auftrag des Landschaftsverbandes, noch einmal die Ergebnisse der Visionskonferenz präsentiert hatte, teilten sich die Besucher auf vier Arbeitsgruppen auf.

Langfristige

Finanzierung

Unter der Moderation des Kulturmanagers David Babin setzte sich die erste Gruppe unter anderem mit den Themen der Finanzierung der Kultur und regionalen sowie überregionalen Veranstaltungen auseinander. Als Ergebnis schlugen die Gruppenmitglieder eine langfristige und verbindliche Mixfinanzierung vor. Nicht nur die Stadt und Sponsoren sollten für finanzielle Mittel sorgen, auch die Akteure und Private müssten sich beteiligen, erklärte David Babin. Dafür seien die Einrichtung einer Koordinationsstelle und eine bessere Vernetzung aller Akteure notwendig. Zudem sei der Aufbau einer kulturtechnischen Infrastruktur und Logistik wichtig. Um Kultur auch überregional zu gestalten, schlug die Gruppe vor, die Städtepartnerschaften der Kommunen in das Kulturleben mit einzubeziehen. Als weitere Idee sollte es einen gemeinsamen Fundus mit Equipment für kulturelle Veranstaltungen an einem zentralen Ort geben.

Gemeinsamer Fond

der Kommunen

Die zweite Arbeitsgruppe unter der Leitung von Susanne Thomas, Geschäftsführerin des Büros regionale Kulturpolitik Südwestfalen, beschäftigte sich unter anderem mit der Rolle des Ehrenamtes in der Kultur. Die Teilnehmer erklärten, dass eine Ehrenamtsagentur als Anlaufstelle gut wäre. Die Arbeit der Ehrenamtler müsse mehr anerkannt und ernstgenommen werden. Die Einrichtung von Kulturbeiräten in den vier Kommunen gehörte ebenso zu den weiteren Vorschlägen der Gruppe, wie ein Coaching für Lehrer im Bereich Kultur. Zudem müsse Kultur bezahlbar sein. Dabei könnten ein gemeinsamer Fond der Kommunen oder eine Stiftung helfen.

Das Thema Jugend und Bildung stand bei der dritten Arbeitsgruppe mit Jan Schriever, Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses, im Mittelpunkt. Die Teilnehmer schlugen vor, ein Eventma nagementteam zu bilden, das allen Kindern und Jugendlichen bekannt ist und mit Verwaltung, Wirtschaft, Sport, Kirche und Vereinen gut vernetzt ist. „Jugendliche haben oft Ideen, was sie machen wollen. Dann wissen sie jedoch nicht, an wen sie sich wenden sollen“, erklärte Schriever den Sinn des Teams. Auch eine Info-Bank mit zur Verfügung stehenden Räumen und ein Kulturpass mit gemeinsam von Kultur, Wirtschaft und Schulen erarbeiteten Angeboten sollten eingerichtet werden.

Bürgerbusdienste

mit einbinden

Mit der Koordination von Kulturveranstaltungen und dem Thema Mobilität setzte sich die vierte Arbeitsgruppe unter der Leiterin der VHS Volmetal, Marion Görnig, auseinander. Die Teilnehmer sahen es als sinnvoll an, die Position des Kulturmanagers als Koordinierungsstelle zu stärken und als Institution zu realisieren. Denn: „Ohne Koordinierungsstelle ist eine Zusammenarbeit der Kommunen nicht möglich“, machte Görnig deutlich. Darüber hinaus sollte es eine Kulturkonferenz als Organ geben. Bezüglich der Mobilität brachten die Gruppenmitglieder vor, die Bürgerbusdienste mit einzubeziehen, Mitfahrzentralen zu organisieren und Sammeltaxen einzusetzen. Zudem seien ein gemeinsamer Kulturkalender der Kommunen und Veranstaltungsplakate mit einem monatlichen Überblick aller Veranstaltungen in der Region „Oben an der Volme“ sinnvoll. Auch sollte ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch stattfinden.

Alle vorgeschlagenen Ziele der Gruppen wurden von den Teilnehmern angenommen. Am 12. Juli steht eine offene Werkstatt in Kierspe auf dem Programm. Dort wollen die Teilnehmer dann erarbeiten, welche konkreten Maßnahmen erforderlich sind, um die Ziele zu verwirklichen. ▪ jape

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