Katzen im Blick

Große Sorgen um Katzen im Tierheim

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Sorgen um die Kleinen: Zwölf Katzen müssen derzeit noch im Tierheim groß gezogen werden. 

Schalksmühle - Im Tierheim Dornbusch kehrt im Herbst noch keine Ruhe ein. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter machen sich Gedanken um die herrenlosen Streunerkatzen.

„Wir haben aktuell immer noch ein paar Katzenbabys großzuziehen und auch die ausgewachsenen Tiere bereiten im Moment große Sorgen“, sagt Viola Herbel vom Tierheim-Team. Aktuell mussten zwölf Katzen ihr gewohntes Revier verlassen, weil eine Versorgung nicht mehr gegeben sei. „Im Tierheim ist dies kaum möglich, da die Katzen es gewohnt sind, sich frei zu bewegen“, so die Erklärung. „Trotzdem haben auch sie es verdient, einen warmen Unterschlupf, regelmäßiges Futter und tierärztliche Versorgung zu bekommen.“ 

Der Tierschutzverein Lüdenscheid und Umgebung und das Tierheim Dornbusch suchen aus diesem Grund händeringend Menschen, die die Möglichkeit haben, Streunerkatzen bei sich aufzunehmen. Ein Bauernhof, ein Firmengelände, eine Gartenhütte – vieles sei möglich und für die Katzen ein geeignetes Zuhause. „Wir sind dankbar für jede Hilfe“, betont Herbel. Die Katzen sind bereits kastriert und gekennzeichnet. 

Frei lebende Katzen haben mit Infektionen zu kämpfen.

Ein weiteres Thema beschäftigt die Tierschützer derzeit: „Aktuell werden uns zahlreiche Stellen gemeldet, an denen dringend kastriert werden muss und wo sich die Katzen unkontrolliert vermehren“, teilt Viola Herbel mit. „Wir versuchen, nach und nach zu helfen, können aber nicht alles auf einmal stemmen.“ Warum ist es so wichtig, Katzen kastrieren zu lassen? Unter anderem, um das Tierleid zu reduzieren. 

Kastration mindert Tierleid

In Deutschland leben rund zwei Millionen Katzen auf der Straße – immer auf der Suche nach Futter. Sie sind ausgemergelt, schwach und krank. Viele gehen qualvoll zugrunde, verhungern oder erfrieren – teilt das Tierheim mit. Ursache dieses Tierleids seien auch unkastrierte Hauskatzen. „Da immer noch zu wenige Halter ihre freilaufenden Katzen kastrieren lassen, zeugen diese Freigänger weiter Nachwuchs mit Streunern, und die Streunerkatzen vermehren sich immer weiter“, so beschreiben es die Tierschützer. 

Die Zahl der Nachkommen von nur einer Katze steige so nach nur vier Jahren in die Tausende. „Die einzig sinnvolle und tiergerechte Methode, um die Population der Streunerkatzen einzudämmen, ist die Kastration“, betont das Team. Dabei reiche es jedoch nicht, nur die Streuner zu kastrieren, auch die Halter von Hauskatzen mit Freigang hätten eine Mitverantwortung. Sie müssten ihre Tiere unfruchtbar machen lassen, bevor diese draußen frei laufen dürften. 

Lebensgefährliche Krankheiten bei weiblichen Katzen

Was viele Katzenhalter nicht wissen: „Unkastrierte Katzendamen können lebensgefährlich erkranken.“ Die Gebärmutter kann durch die ständig wiederkehrende Rolligkeit hochgradig vereitern. Man nennt diese Erkrankung Pyometra. Solch ein Prozess bleibe lange unentdeckt und verursache den Katzen zudem ständig Schmerzen im Bauch. „Entgegen der weitläufigen Meinung, dass frei lebende, verwilderte Katzen die Freiheit genießen und einfach selbst jagen, wenn Sie Hunger haben, können sich die Tiere nicht selbst versorgen und führen eben kein glückliches Leben in Freiheit“, heißt es. Denn bei diesen Katzen handele es sich um Hauskatzen, die ursprünglich in menschlicher Obhut gelebt haben und nun draußen leben müssen.

Verletzungen bleiben in der Regel unversorgt.

„Da Katzen jedoch schon seit Jahrtausenden domestiziert sind und sich an das Leben mit dem Menschen angepasst haben, kommen sie alleine nicht zurecht und können sich auch nicht ausreichend alleine ernähren. Sie leiden unter Kälte, Unterernährung, schwer bis tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten sowie an Auszehrung – unter anderem durch viele Trächtigkeiten“, betonen die Tierschützer. Hinzu kämen Verletzungen durch Unfälle oder Revierkämpfe, die unversorgt bleiben und zu Komplikationen führen könnten.

Sterberate bei Streunerkatzen ist hoch

„Bei Streunerkatzen ist folglich die Sterberate extrem hoch.“ „Leider kann man nun auch nicht einfach alle Tiere einfangen, medizinisch versorgen und ins Tierheim bringen“, weiß das Team. Für einige wäre eine dauerhafte Unterbringung im Tierheim mit Stress verbunden. Deswegen habe es sich bewährt, diese Katzen mit Hilfe einer Lebendfalle einzufangen, zu kastrieren, medizinisch zu versorgen und anschließend wieder vor Ort freizulassen, sofern dort die Futterversorgung und medizinische Betreuung gewährleistet ist und trockene Schlafplätze angeboten werden.

Das Tierheim Dornbusch ist unter Tel. 0 23 55/63 16 zu erreichen.

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