Nicht wegen Corona

Talbrücke Sterbecke: Neubau beginnt später

Neubau der Talbrücke Sterbecke: Die alten Teile stehen noch, werden aber bald nach und nach durch neue ersetzt.
+
Neubau der Talbrücke Sterbecke: Die alten Teile stehen noch, werden aber bald nach und nach durch neue ersetzt.

Ein Neubau für die Talbrücke Sterbecke muss her. Das ist bereits seit einiger Zeit klar. Erste Vorbereitungen für die Maßnahme sind getroffen. Auf der A 45 herrscht im betroffenen Bereich Baustellenverkehr. Doch der Baubeginn, der ursprünglich für Mitte des Jahres vorgesehen war, verschiebt sich.

Schalksmühle – Bereits seit Januar verläuft der Verkehr auf dem 265 Meter langen Stück der A 45 zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Hagen-Süd anders. „Die Verkehrsumlegung ist gemacht. Der Verkehr läuft über die verstärkte Seite“, erklärt Susanne Schlenga, Pressesprecherin von Die Autobahn GmbH des Bundes. Sie ist zuständig für die Niederlassung Westfalen. Der Verkehr läuft also seit Anfang des Jahres auf weiterhin vier, allerdings eingeengten Spuren über die Talbrücke. Das Tempo wurde ebenfalls reduziert. Baustellen-Feeling für die Autofahrer. Viel zu sehen gibt’s für die allerdings noch nicht. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen.

Der Start der Bauarbeiten verschiebt sich. „Da rutschen wir ein bisschen nach hinten“, sagt Susanne Schlenga. Ein Ende des Baus rückt damit voraussichtlich von 2024 auf 2025. Aber der Grund ist nicht Corona: „Corona hat in der Bauwirtschaft kaum Auswirkungen“, sagt die Pressesprecherin. Es gäbe kaum Stillstände, nur Abläufe seien anders. Dass sich der Bau verschiebt, „liegt an vielen kleinen Sachen“. Die Anpassung des Hangs, die Bearbeitung des Umfelds an den Pfeilern, das Einrichten von Baustellenstraßen und vieles mehr würden da mit reinspielen. „In dieser Region ist alles anspruchsvoll“, sagt Schlenga und meint die Beschaffenheit des Geländes. Das habe unter der Brücke zum Teil einen „alpinen Charakter“. Hinzu kommen Umweltbelange, die berücksichtigt werden müssen.

Auf diesem Teil der Brücke verläuft der Verkehr derzeit. Dieser Bereich wurde verstärkt, um die Last der Fahrzeuge tragen zu können.

Geschehen ist für den Neubau schon einiges. Bereits im Februar 2019 wurden erste Probebohrungen durchgeführt. Die sind für die Baugrunduntersuchung wichtig. „Wie können wir bauen? Wie machen wir die Gründung der Brücke? Wie die Pfeiler, wie das Fundament“, zählt Schlenga Fragen auf, die vor dem Baustart geklärt sein müssen. Das alles gibt dann Aufschluss darüber, wo und welche Art Fundamente gegossen werden können. Bohrungen wurden nicht nur im Boden unter der Brücke durchgeführt, sondern auch durch die Straßendecke der A 45.

Seit Januar verläuft der Verkehr auf der verstärkten Seite. Dafür waren ebenfalls Arbeiten nötig. Dabei handelt es sich um eine externe Verspannung, die angebracht wurde. Schlenga nennt einen Vergleich: Wenn man sechs Bücher hat, muss man sie zusammendrücken, um sie hochheben zu können. So funktioniert das auch bei der verstärkten Brückenseite. „Wenn ich etwas zusammendrücke, wird es haltbarer.“ Große Stahlseile ziehen das Bauwerk zusammen und machen es so stabiler, damit die Verkehrslast möglich ist.

Ausschreibung beginnt Ende Juni

Bevor es nun aber vor allem mit den sichtbaren Arbeiten für den Brückenneubau losgehen kann, muss der Auftrag vergeben werden. Das soll laut Susanne Schlenga im Herbst dieses Jahres geschehen. Die Ausschreibung beginnt Ende des zweiten Quartals, sagt sie – also Ende Juni. „Dann wird zügig der alte Teil abgebrochen.“ Da die Brücke aus zwei Bauteilen besteht, wird zuerst die Seite in Fahrtrichtung Frankfurt abgerissen. An derselben Stelle wird der neue Brückenteil errichtet. Wenn das passiert ist, wird der Verkehr umgeleitet und das Gleiche passiert mit dem zweiten, alten Brückenteil. Gebaut wird die neue Brücke als sogenannte Stahlverbundbrücke. Die Konstruktion besteht dann aus Stahl und benötigt weniger Pfeiler. Die noch aktuelle Brücke ist eine Spannbetonbrücke. Nach diesem Schema muss die Brücke zu keinem Zeitpunkt gesperrt werden, der Verkehr kann weiter durch die Baustellenführung fließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare