Tägliche Fußbäder für krankes Kamerunschaf

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Auf dem Schoß von Pfleger Sascha Graupner lässt sich Kamerunschaf Hans die Fußpflege gefallen. Das Jungtier erkrankte schwer an den Klauen, bedingt durch die schlechte Haltung des Vorbesitzers. Seit vier Wochen lebt das Schaf nun im Wildgehege Mesekendahl und wird dort aufgepäppelt.

Mesekendahl - Frühlingserwachen im Wildgehege Mesekendahl: Während Ziegen und Frettchen die Sonne genießen, müssen die Kamerunschafe Hans und Gretel allerdings noch im Stall ausharren. Denn Schafbock Hans zog sich durch die schlechte Haltung des Vorbesitzers eine schwere Klauenerkrankung zu. 

Von Alisa Kannapin

Hans hat es sich auf dem Schoß von Pfleger Sascha Graupner bequem gemacht. Er kennt das Prozedere schon. Karl-Friedrich Trimpop ist vor Hans in die Hocke gegangen und taucht die Klauen des Kamerunschafs nun vorsichtig in zwei, mit einer lilafarbenen Lösung gefüllte Becher. Das Jungtier hat eine schwere Erkrankung an den Klauen, dicke Geschwüre erschweren ihm das Gehen. Trimpop, Inhaber des Wildgeheges Mesekendahl, nahm Hans und das Schafweibchen Gretel vor rund vier Wochen bei sich auf.

Damit rettete er den Kamerunschafen das Leben, denn die Tiere sollten geschlachtet werden. Die Vierbeiner stammen aus Neuenrade, wo sie in schlechter Haltung lebten. In der unhygienischen Unterbringung zog sich Schafbock Hans die schwere Klauenkrankheit zu, die durch Bakterien und Mangelerscheinungen ausgelöst wird.

„Hans bekommt jetzt jeden Tag eine Antibiotika-Spritze von mir und zwei Mal täglich Fußbäder“, erklärt Karl-Friedrich Trimpop. Dazu fängt Pfleger Sascha Graupner den Bock ein und setzt ihn sich auf den Schoß, damit Trimpop die Klauen in die spezielle Lösung eintauchen kann. Nach der Behandlung hat sich die lilafarbene Flüssigkeit in ein trübes Braun verwandelt.

Was wie eine Wellnessbehandlung klingt, hat Hans dringend nötig, denn die Geschwüre fingen anfangs bereits beim bloßen Anfassen an zu bluten. Trimpop: „Sein Zustand ist jetzt schon besser, aber die Prognose, ob er es schafft, ist noch unklar.“

Das Schicksal von Schaf Hans ist nicht das einzige, was Trimpop zu schaffen macht. 13 Tiere musste der Schalksmühler im vergangenen halben Jahr altersbedingt zu Grabe tragen. Jeder Verlust schmerzt ihn sehr. „Wenn man die Tiere so lange hält und täglich mit ihnen arbeitet, baut man einen starken Bezug auf. Da hat man dann schon mal eine schlaflose Nacht.“

Sorgen machten Trimpop zuletzt auch seine Ponys, die plötzlich stocksteif aus den Stallungen kamen. „Die hatten aufgrund der Witterung Arthrose-Schübe. Um aber sicherzustellen, dass Futter und Heu in Ordnung sind, haben wir Proben untersuchen lassen“, erklärt Trimpop.

Frühlingserwachen im Wildgehege

Die Ergebnisse waren in Ordnung. Doch auch die Ponys bekamen zur Schonung eine Sonderbehandlung: Täglich erwärmte Trimpop 90 Liter Wasser für die Tiere in Glühweintöpfen, damit es die Pferde nicht zu kalt im Bauch haben.

Baby-Alarm herrscht seit ein paar Tagen bei den Wildschweinen. Bache Gerda und ein älteres Muttertier haben in den vergangenen Tagen sechs Frischlinge bekommen. Die Babys werden gut behütet – Mutter Gerda verlässt das schweinische Wochenbett nur kurz, um sich bei der Fütterung für die nächste Milchportion zu stärken.

Im Oktober feiert das Wildgehege sein 50-jähriges Bestehen. Das genaue Programm wird Karl-Friedrich Trimpop noch bekannt geben. Fest steht aber schon jetzt, dass neben einem Rückblick auf die Anfänge des Geheges auch eine große Tierfütterung für die Besucher nicht fehlen wird. Für die Feier des Jubiläums renovierte Trimpop auch den Gastraum und kaufte eine neue Bestuhlung.

Weitere Infos auf www.wildgehege-mesekendahl.de.

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