Stromerzeugung schon ab 7 km/h Wind

Ruhrwind-Geschäftsführer Robin Beckmann stellte den „KlimaTour“-Teilnehmern die 2002 gebaute Windkraftanlage vor.

Schalksmühle - Mit einem MGV-Bus machten sich jetzt mehr als 20 Teilnehmer gemeinsam mit Landrat Thomas Gemke (CDU) im Rahmen des ersten Teils der „KlimaTour“ des Märkischen Kreises auf den Weg zu Unternehmen und Einrichtungen, die Beispiele von Klima schonenden Anlagen oder Verfahren nutzen. In Schalksmühle besuchte die Gruppe die Windkraftanlage Wersbecke, die vom Hagener Unternehmen Ruhrwind betrieben wird.

Geschäftsführer Robin Beckmann präsentierte den Teilnehmern die Anlage, die 2002 gebaut wurde. Insgesamt betreibt Beckmann in NRW 17 Windkraftanlagen, die sich meist in der Nähe von Autobahnen befinden.

Der Schalksmühler Standort sei für die Gewinnung von Windenergie sehr gut, erklärte Beckmann. Im Schnitt erzeugt die Anlage 2,4 bis 2,5 Millionen Kilowattstunden, was einem Verbrauch von 2500 Menschen entspricht. „Wenn man die Leistung bundesweit betrachtet, ist das eine der stärksten Anlagen dieses Typs.

Da die Technik mittlerweile aber viel moderner ist, könnte hier mit einer neuen Anlage heute deutlich mehr Strom produziert werden“, sagte Beckmann, der den Teilnehmern die Stromgewinnung direkt demonstrierte, indem er sein Elektroauto an die Windkraftanlage zum Aufladen anschloss. „Es ist auch die Aufgabe eines Unternehmens, das den Anspruch hat, im Bereich regenerative Energien Vorreiter zu sein, die heute verfügbare Technologie der E-Mobilität zu präsentieren.“

Die nächste große Herausforderung unserer Gesellschaft sei es, auf E-Mobilität umzurüsten. „Und das wird bestimmt auch so kommen, denn das ist eine hervorragende Symbiose mit der regenerativen Energiegewinnung.“

Die Anlage in Schalksmühle ist rund 100 Meter hoch. In dieser Höhe herrscht laut Beckmann eine Windgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h. „Ab 7 km/h fängt die Anlage an zu laufen und bei 36 erreicht sie ihre maximale Leistung, die sie abgeben kann“, erklärt Beckmann. Ab diesem Moment verstelle die Maschine die Rotorblätter, damit der Wind daran vorbei wehe. „Und bei starkem Sturm schaltet sie sich ab.“

Den gewonnenen Strom verkauft Beckmann bisher über die Direktvermarktung an der Strombörse. Die Ruhrwind GmbH hat ein eigenes Stromnetz, das bis nach Lüdenscheid geht. Von dort wird die Energie ins Netz der Enervie eingespeist, wofür ein Netzentgelt abgeführt wird. Für das kommende Jahr plant Beckmann aber, die Energie direkt an ein Lüdenscheider Industrieunternehmen zu verkaufen.

Was die Enegiewende angeht, sieht Beckmann die größten Chancen in der Windkraft, da sie am besten entwickelt sei. „Wenn die Altanlagen durch neue ersetzt werden, wird sich die in Deutschland produzierte Windstrommenge gewaltig erhöhen.“ Zudem müsse der Energieverbrauch generell reduziert und die Speicherung von Energie aus Windkraft, Biomasse- und Erdwärme-Kraftwerken voran getrieben werden.

„Und dann werden wir vielleicht am Ende nur noch 10 oder 15 Prozent aus Kohle oder aus Kernkraft gewinnen müssen.“ Er sieht die Kernkraft als fairere Energiegewinnung an: „Weil wir, die die Energie schließlich verbrauchen, dann auch das Risiko tragen und das Entsorgungsproblem haben. Die Energie durch fossile Träger betrifft stattdessen durch die Klimaerwärmung jeden Menschen auf der Welt.“

Von Alisa Kannapin

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