Corona hat Einfluss auf die Natur

Stress im Wald: Vandalismus und tote Tiere beschäftigen Jäger & Co.

Rehe halver wald
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Rehe, Halver

Jäger, Revierpächter und Landwirte haben dieser Tage Sorgen. Und dabei geht es nicht um das Coronavirus. Vandalismus, mutwillige Zerstörung und uneinsichtige Hundebesitzer treiben sie um.

Schalksmühle – Thimo Lückmann vom Hegering Schalksmühle berichtet von Schäden in einem Revier. Im Bereich Linscheid und Muhle haben Unbekannte mutwillig Schilder aus ihrer Halterung gerissen. Entlang von Feld- und Wanderwegen sind es zahlreiche Hinweisschilder, die so zerstört wurden. Eine Anzeige gegen unbekannt ist gestellt, auf den Kosten bleiben die Jäger gemeinsam mit den Landwirten erst einmal sitzen.

Mutwillige Zerstörung: Hinweisschilder an Futterflächen werden von Unbekannten aus ihrer Halterung gerissen.

Denn es handelt sich bei den Hinweisschildern um eine Kooperation zwischen den beiden. Jäger und Landwirte haben in der Vergangenheit zahlreiche dieser Schilder in Schalksmühle aufgestellt – an vielen Futterflächen. Damit wollen sie auf die Flächen aufmerksam machen, sie gehen so gegen Hundekot an diesen Stellen vor und möchten für das Thema sensibilisieren.

Fatale Folgen für Kälber

Und das hat einen Grund: Hundekot im Futter für die Tiere kann fatale Folgen haben. In dem Kot der Vierbeiner befindet sich ein Fäkalparasit: Neospora caninum ist sein Name. Und dieser Parasit kann bei der Futterherstellung einige Zeit überlegen. Bei Silage sogar länger als beim Ballenpressen – wegen der Feuchtigkeit. „Wenn die Kuh den Parasiten mit dem Futter aufnimmt, dann kann der Fötus sterben“, erklärt Lückmann. Es kann zur Totgeburt des Kalbes kommen. Das Kalb kann auch überleben – dann aber mit Schäden. „Bei diesem Thema streiten sich die Geister“, weiß Lückmann. Es gebe zwar Studien, die das belegen, aber Hundebesitzer seien nicht immer einsichtig. „Generell ist das Thema ein Streitpunkt zwischen Hundebesitzern und Landwirten.“ Die Jäger kommen nun mit ins Boot aufgrund der Kooperation.

Viele gerissene Tiere

Insgesamt ist der Hund in Wald und Flur in diesem Jahr, dem Corona-Jahr, ein großes Thema, sagt Lückmann. Die Bitte zur Nutzung einer Hundeleine wird von einigen ignoriert. Viel schlimmer ist allerdings die Anzahl der gerissenen Tiere in diesem Jahr. „Fast 30“, sagt Lückmann.

Im Vergleich zu den Vorjahren sind das rund zwei Drittel mehr tote Tiere durch Hunde. „Wenn man sich den Wildbestand im Hinblick auf das Stresslevel anschaut, geht es den Tieren so schlecht wie unseren Fichten“, bringt Thimo Lückmann es auf den Punkt.

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