Stress führt bei Wild zu Fehlentwicklungen

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Bernd Schmitt (Mitte) hatte langjährige Mitglieder zu ehren: Reinhold Jabusch (rechts, 25 Jahre), Rudi Schwerak (links, 40 Jahre) und den Ehrenvorsitzenden Walter Neuhaus (nicht im Bild, 50 Jahre). –

SCHALKSMÜHLE – „Geraffel“ hing an der Trophäenwand bei der Jahreshauptversammlung des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid im Gasthaus Kutsch „Im Dahl“. Lediglich das ansehnliche 304-Gramm-Gehörn eines von Horst Dahlbüdding im Revier Hülscheid-Sterbecke erlegten Rehbockes ragte, versehen mit der Silbermedaille, daraus hervor.

Doch die zulässigen Rückschlüsse von der Präsentation aus zehn Jagdrevieren auf die Lebensbedingungen des Rehwildes dort gaben Anlass zur Besorgnis: „Stress und vielfältige Störungen etwa durch freilaufende Hunde machen es dem Wild unmöglich, im arttypischen Vier-Stunden-Rhythmus ausreichend Nahrung aufzunehmen, was sich in Fehlentwicklungen manifestiert“, benannte Forstamtmann Klaus Kermes eine denkbare Ursache. Exorbitant hoch sei zudem der Fallwildanteil durch Verkehrstod, der fast die Hälfte des zu erlegenden Rehwildes und gleichermaßen, „abweichend von jeder Regel“, hier sogar alte erfahrene Böcke ereile. „Das habe ich so noch nicht erlebt“, fasste er, auch mit Blick auf die Vorjahre, in seiner Bewertung zusammen.

Äsung, Deckung und Ruhe fand wohl ein Bock im Revier Linscheid, der nun im stattlichen Alter von neun Jahren zur Strecke kam. 63 Wildschweine, 147 Stücke Rehwild, elf Hasen, 61 Füchse und drei Dachse hatte Winfried Schindler zuforderst auf der Streckenliste.

„Hysterie ist fehl am Platze“, mahnte Hegeringleiter Bernd Josef Schmitt vor dem Hintergrund der ganzjährigen Schonfrist-Aufhebung für die Überläuferklasse des Schwarzwildes im Märkischen Kreis zwecks Schweinepestbekämpfung. Bei aller Notwendigkeit der verschärften Bejagung dürfe eine solche Bache nur dann vor dem 1. August erlegt werden, wenn absolut sicher sei, dass sie keine Frischlinge führe. Vielmehr sollten diese vorrangig geschossen werden. Bei einem Gewicht von unter 20 Kilo gebe es auf Antrag beim Veterinäramt eine Erlegungs-Prämie von 25 Euro.

Es gelte auch, eine stabile Schwarzwildpopulation zu erhalten; die „heftigen Eingriffe“ hätten bereits zu einem deutlichen Absinken geführt.

Biotop verbessernde Maßnahmen sollten zudem unverzüglich in Angriff genommen werden, um die vom Märkischen Kreis aus der Jagdsteuerabgabe bereitgestellten Fördermittel auszuschöpfen. „Diese Förderung läuft in den nächsten drei Jahren aus“, verwies Schmitt auf die gesetzlichen Neuregelungen.

Die Regularien wurden zügig abgehandelt, Vorstand und Schatzmeister Dirk Vedder Entlastung erteilt. Es folgten die Berichte der Obleute. Etliche Waldwanderungen mit Interessierten aus Schulen, Vereinen und Kindergärten sowie Besuchergruppen jeden Alters in der Jagdausstellung hat Ulla Staubach für 2010 bereits terminiert. Für die Wochenenden 19./20. Juni und 16./17. Oktober auf der Landesgartenschau in Hemer ist Unterstützung durch die Mitglieder erwünscht. Helfer sollen sich zwecks Einteilung frühzeitig melden. Zu notieren war noch die Jahreshauptversammlung der Märkischen Kreisjägerschaft am 23. April. – As

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