Straße zum Wildgehege Mesekendahl: „Das ist ein Mordanschlag“

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Auf der Straße zum Wildgehege Mesekendahl brachte der Bauhof der Gemeinde Bitumenemulsion auf, das mit Splitt abgestreut wurde. Die Körner liegen teilweise in einer dicken Schicht auf der Fahrbahn.

Winkeln - Eine Baumaßnahme des Schalksmühler Bauhofes an der Straße zum Wildgehege Mesekendahl sorgt für Ärger. Die Mitarbeiter besserten Risse im Asphalt aus und streuten die behandelten Flächen großzügig mit Splitt ab. Gerade für Motorradfahrer können die Körner schnell zur Rutschgefahr werden.

Karl-Friedrich Trimpop, Inhaber des Wildgeheges, musste am vergangenen Wochenende zahlreiche Motorradfahrer besänftigen, die sich bei ihm über die Straßenverhältnisse beschwerten und meinten, Trimpop selbst habe für die Situation gesorgt. Noch am Sonntag versuchte er über einen Mitarbeiter des Bauhofes und über Bürgermeister Jörg Schönenberg etwas zu erreichen. „Ich habe bis heute keine Rückmeldung vonseiten der Gemeinde erhalten. Peer Heinzer vom Bauhof hat mir die Situation erklärt.“

Trotzdem ärgert sich Trimpop über das fehlende Feingefühl den Motorradfahrern, seinen Kunden gegenüber. „Wir leben von den Motorradfahrern. Wenn die den Eindruck haben, dass wir so etwas extra machen, dann kommen sie nicht mehr und suchen sich eine andere Strecke.“ Als Konsequenz hat er einen Aushang geschrieben und fordert die Besucher auf, sich mit der Kritik direkt an die Gemeinde zu wenden.

Motorradfahrer Axel Weidenbach bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass derzeit bei der Zufahrt zum Wildgehege besondere Vorsicht geboten ist: „Ich bin Sonntag dort gewesen und da haben sie schon sehr viel Splitt hingekippt. Da muss man sehr vorsichtig fahren, um nicht wegzurutschen. Ich bin da kaum schneller als 20 Stundenkilometer gefahren. Als mir ein Auto entgegen kam, sind mir trotzdem die Nackenhaare hochgegangen.“

Michael Seecker aus Wattenscheid, der seit Jahren zum Motorradtreffpunkt im Mesekendahl fährt, regten die Straßenverhältnisse derart auf, dass er einen Beschwerdebrief an Bürgermeister Jörg Schönenberg schrieb, der der Redaktion vorliegt. „Ich bin Vielfahrer, der bei jedem Wetter fährt. Als ich in die Straße einbog, hab ich das 30er-Schild erst nicht gesehen und hab dann große Augen bekommen, als ich sah, wie dick die den Splitt drauf gestreut haben“, sagt Seecker.

Für ihn ist die Sache klar: „Die wollen das Geschäft schädigen, weil die Motorradfahrer nerven. Für mich ist das ein Mordanschlag und eine Verletzung der Verkehrssicherheitspflicht. Für mich sieht das schwer nach Boshaftigkeit aus.“

Der Motorrad-Treffpunkt am Wildgehege sei äußerst schön und angenehm. „Warum wird so was zerstört? Es gibt kaum noch Anlaufstellen für Motorradfahrer“, ärgert sich Seecker und merkt an, dass beim nächsten großen Regen der Splitt in die angrenzenden Wiesen gespült wird. „Das kann ja auch nicht im Interesse des Bauern sein.“

Dass bei der Straßenbaumaßnahme ein böser Wille herrsche, weist Peer Heinzer, Leiter des Bauhofs, von sich. „Das ist ein gängiges Verfahren, das wir seit Jahren in der Gemeinde durchführen.“

Bei einer Untersuchung sei aufgefallen, dass die Straße zum Mesekendahl Risse aufwies. Um den ansonsten guten Zustand der Straße zu erhalten, sprühte der Bauhof eine Bitumenemulsion partiell auf eine Strecke von 200 Metern auf. „Die dringt in die Risse ein und versiegelt sie. Die Oberfläche wird anschließend mit einer Splittkörnung abgestreut, die zusammen mit der Emulsion später eine dünne Deckschicht bildet“, erklärt Heinzer. Auch an den Straßen Buchholz und Amphop führte der Bauhof diese Maßnahme durch.

Das Ganze müsse dann für einen unterschiedlich langen Zeitraum je nach Frequentierung der Straße auf der Fahrbahn liegen bleiben und vom Verkehr eingewalkt werden. „Nach etwa zwei bis drei Wochen wird dann der überschüssige Splitt maschinell aufgekehrt und nach weiteren zwei Wochen noch einmal.“

Dass zu viel Splitt aufgebracht worden ist, bestreitet Heinzer: „Der Splitt muss so großzügig aufgebracht werden, damit die Emulsion richtig abgedeckt wird und keine Fahrzeuge beschädigt werden. Sonst bleibt eine klebrige Masse vorhanden, die Emulsion kommt zu weit nach oben und man hat keine griffige Fahrbahn.“

Aus seiner Sicht habe der Bauhof die nötigen Vorkehrungen getroffen, um die Fahrer auf den Splitt aufmerksam zu machen. „Wir haben am Anfang der Strecke die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 reduziert und danach mit Schildern auf den Rollsplitt hingewiesen.“ In der kommenden Woche werde die Strecke zum Wildgehege das erste Mal gekehrt.

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