Übergabe einer Arztpraxis

Stiller Wechsel in Arztpraxis im MK - Nachfolge geregelt

Arztpraxis Praxis Altun Garthoff Schalksmühle Hälverstraße
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Wechsel in der Praxis an der Hälverstraße: Allgemeinmedizinerin Ursula Altun (Mitte) hat das Ruder an Andreas Garthoff übergeben. Das Team mit Angelika Werkshage, Dorothee Barth, Anna Kölsche, Kyra Höhne und Nicole Grave soll weiter bestehen bleiben.

Eine weitere Arztpraxis im Märkischen Kreis hat einen Nachfolger gefunden. Im Stillen fand der Wechsel bereits statt.

Schalksmühle – Nach 38 Jahren ist Schluss – Hausärztin Ursula Altun hat ihre Praxis an der Hälverstraße an Andreas Garthoff übergeben. Viel werde sich mit diesem Wechsel für die Patienten allerdings nicht ändern, verspricht der Nachfolger. Und auch „Frau Doktor“ wird den Schalksmühlern zumindest noch einige Zeit erhalten bleiben.

Fast vier Jahrzehnte praktiziert Ursula Altun nun schon in der Gemeinde, und das immer an gleicher Stelle über der Apotheke. Die Arbeit habe ihr immer Spaß gemacht, betont die Allgemeinmedizinerin. Dies sei auch der Grund dafür, dass sie ihren wohlverdienten Ruhestand noch etwas nach hinten verschoben hat. „Bis September bin ich noch für 20 Stunden in der Woche bei Herrn Garthoff angestellt“, erklärt sie.

Viele Hürden in vielen Jahren gemeistert

Mit Blick auf die vielen Jahre als Ärztin in der Gemeinde kann Ursula Altun stolz behaupten, dass sie viele Hürden gemeistert hat. Zu ihren Kenntnissen aus dem Medizinstudium sind im Laufe der Jahre auch fundierte Fähigkeiten in den Bereichen Informationstechnologie oder Betriebswirtschaftslehre hinzugekommen – vieles davon gewollt, manches in jüngster Vergangenheit aber auch wegen der immer stärker werdenden Bürokratisierung gezwungenermaßen, sagt die Medizinerin. „Das alles gab es früher nicht. Aber ohne meine Damen hätte ich das alles nicht geschafft.“

Ohne meine Damen hätte ich das alles nicht geschafft.

Ursula Altun, langjährige Hausärztin

Fünf Mitarbeiterinnen sind in der Praxis an der Hälverstraße beschäftigt – eine davon bereits seit 38, eine andere immerhin schon 18 Jahre. „Wir haben uns mehr gesehen als unsere Ehepartner“, beschreibt Ursula Altun das treue Verhältnis zu den Frauen. Und wenn es nach Andreas Garthoff geht, dann soll sich daran auch nichts ändern. „Die Besetzung bleibt. Das ist ein tolles Team. Hier gibt es keinen Tag, an dem nicht gemeinsam gelacht wird. Das ist wichtig. Für mich ist das hier ein Rund-um-Wohlfühl-Paket.“ Zudem sei er froh, dass Ursula Altun noch ein wenig weiter macht. „Ich schätze sie fachlich und auch menschlich sehr.“

Akzeptanz der Patienten ist da

Auch die Schalkmühler hätten es dem „Neuen“, der bereits seit längerer Zeit in der Praxis arbeitet, leicht gemacht. „Die Akzeptanz der Patienten habe sich schnell und reibungslos eingestellt. „Die vielen netten Menschen machen es einem auch einfach. Und die Anerkennung ihrerseits ist toll“, ergänzt Ursula Altun.

Das neue Schild am Eingang weist auf den Wechsel hin.

In ihrem langen Berufsleben in der Gemeinde hat die Ärztin viel erlebt. „Höhepunkte kann ich nicht hervorheben. Das sind so, so viele. Ich könnte über sie ein Buch schreiben“, betont die 68-Jährige. Als gebürtige Eiflerin habe sie damals in Schalksmühle einen leichten Start gehabt. „Die Eifler sind wie die Sauerländer. Nach fünf Jahren erzählen sie dir den ersten Witz und nach zehn Jahren laden sie dich zum Mittagessen ein“, scherzt die Medizinerin und spricht ihrem Nachfolger aus dem Herzen.

„Aus meinem Studium in Bochum und meiner Zeit im Job in Recklinghausen habe ich mir ein Stück Ruhrpott erhalten. Da prallen zwei Welten aufeinander“, so der gebürtige Lüdenscheider. Es dauere etwas, bis man den Sauerländer geknackt hat. Doch das ist dem 50-Jährigen gut gelungen. „Ich fühle mich in Schalksmühle und in der Praxis sehr wohl.“

Ab September im Ruhestand

Ab September hält Andreas Garthoff dann alleine an der Hälverstraße das Ruder in den Händen. Über eine Verstärkung habe er zwar schon nachgedacht, doch dies sei ein schwieriges Unterfangen. „Das Finden eines zweiten Arztes ist das eine. Das andere ist, dass er auch ins Team passen muss. Eine Gemeinschaftspraxis ist wie eine Ehe. Reibereien müssen dazugehören. Doch sie dürfen nicht im Vordergrund stehen. Am Ende muss man miteinander harmonisieren.“

„Ich hoffe, dass Herr Garthoff mit den Patienten genauso zufrieden alt wird wie ich“, sagt Ursula Altun, die sich für das jahrzehntelange Vertrauen der Schalksmühler bedanken möchte. „In den 38 Jahren haben wir Freud’ und Leid geteilt, und ich habe viel Anerkennung bekommen.“ Auch die paar „Querköppe“, denen man zwangsläufig begegne, gehörten dazu.

Keine großartigen Veränderungen für Patienten

Auf großartige Veränderungen müssen sich die Patienten nicht einstellen, wenn „Herr Doktor“ in der zweiten Jahreshälfte die Zügel komplett übernommen hat. „Wenn es mir gelingt, die Praxis so weiter zu führen wie Frau Altun, dann bin ich glücklich. Die Menschen stehen immer im Vordergrund. Alles soll so bleiben wie bisher – außer ein paar Renovierungen in den Praxisräumen.“

Auch in Oberbrügge wurde die Nachfolge in einer Arztpraxis erst vor Kurzem geregelt.

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