Sternsinger ziehen durch die Gemeinde

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Der achtjährige Joel streckt sich, um den Aufkleber mit Gottes Segen an eine Haustür anzubringen. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ „Wir sind sehr aufgeregt, aber es sind alle echt nett und freuen sich, dass wir kommen“, erzählt Joel. Der Achtjährige ist einer der Sternsinger der Kirchengemeinde St. Thomas Morus, die seit gestern durch Schalksmühle ziehen und den Segen verteilen.

Insgesamt hatten sich 14 Kinder bereit erklärt, als Sternsinger mitzuwirken. In fünf Gruppen eingeteilt besuchen sie fast 120 Haushalte. „Wir mussten uns gut überlegen, wie wir die Kinder einsetzen, um auch wirklich alle Haushalte besuchen zu können“, erklärt Bettina Purschke, Mitglied im Gemeinderat.

Früher seien sämtliche Haushalte in Schalksmühle besucht worden. „Heute gibt es leider immer weniger Kinder, die als Sternsinger mitmachen.“

Daher lagen Listen aus, in denen sich Interessierte für einen Besuch eintragen konnten.

Pastor Thorsten Rehberg nimmt sich noch einmal die Zeit, die Kinder vorzubereiten. Obwohl sich die Menschen bewusst für einen Sternsinger-Besuch entschieden hätten, gäbe es manchmal trotzdem Situationen, in denen die Bewohner komisch reagierten, erklärt Rehberg den Kindern. „Es kann auch mal vorkommen, dass ein Brummelkopf die Tür öffnet“, erklärt Rehberg. „Aber auch wenn man euch nicht immer freundlich begegnet, bitte ich euch trotzdem, höflich zu sein.“ Als kleiner Sternsinger solle man gut drauf und mit Spaß bei der Sache sein. „Denn es geht ja darum, den Segen Gottes zu verteilen“, sagt Rehberg.

Bevor es aber mit dem Umziehen los geht, wird noch einmal das Lied „Wir kommen aus dem Morgenland“ geprobt. „Auf das Schminken haben wir in diesem Jahr verzichtet – es reagieren einige allergisch auf die Farbe“, erklärt Ulrich Mölders vom Organisations-Team. Dann geht es los.

Das erste Mal

Sternsinger sein

Aufgeregt ziehen Christopher (fünf), Joel (acht, Leonie und Gina-Marie (beide neun) los, um die erste Familie zu besuchen. Da die Anzahl der Kinder nicht passte, um Dreiergruppen zu bilden, ziehen die Kinder zu viert los. Die vier Schalksmühler sind das erste Mal Sternsinger und daher ziemlich aufgekratzt. „Unsere Kronen haben wir selbst gebastelt“, erzählt Christopher stolz und richtet noch einmal das Schmuckstück auf seinem Kopf. Dann wird geklingelt.

Brav stellen sich die vier Sternsinger auf und stimmen ihr Lied an und Joel fragt im Anschluss: „Wo dürfen wir Ihnen den Segen an die Tür schreiben?“ Zum Dank gibt es eine Spende für Straßenkinder in Nicaragua und eine Mandarine als Wegzehrung für die fleißigen Sänger.

Weiter geht es zur nächsten Tür. Auch hier wird gesungen und um eine Spende gebeten. Aber der spannendste Teil der Tätigkeit ist für die Kinder das Verteilen von Gottes Segen. Doch da gibt es zwei Varianten, die Christopher vorher stolz abfragt: „Schreiben oder kleben?“. ▪ aka

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