„Määääähr“ Naturschutz in Dahlerbrück

+
Für das Wohl der beheimateten Pflanzen sorgen seit Kurzem dieses kleine Wollknäuel und seine 13 Artgenossen auf einer steilen Magerweide in Dahlerbrück.

Dalhlerbrück - Während anderswo morgens der Hahn seinen Weckruf anstimmt, kann man sich in Dahlerbrück neuerdings durch das Blöken von Schafen aus dem Bett holen lassen.

14 Alpine Steinschafe bewohnen seit Mitte Juni einen Steilhang in der Siedlung. Diese seltene Rasse kommt meist im Ostalpenraum vor. Möglich gemacht haben das das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis und in dessen Auftrag der Schafzüchter Sascha Prüß aus Halver. 

Die Tierschützer haben vor geraumer Zeit zusammen mit einer weiteren Fläche das Gelände gekauft. Aus der direkten Nachbarschaft habe kein Bedarf bestanden. Deshalb habe man zugeschlagen. Gefördert wurde der Kauf durch ein Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum, erklärt Gerd Eppe, Diplom-Biologe beim Naturschutzzentrum. 

Lisa Volmert und Wilhelm Hefeling (von links), beide Vorstand Förderverein Naturschutz MK, Gerd Eppe (Naturschutzzentrum MK) und Schafzüchter Sascha Prüß begutachten die Fläche.

Das nicht befahrbare, steile Gelände hätte ohne die Unterstützung des Zentrums brach gelegen, sagt Wilhelm Hefeling, Vorstandsmitglied des Förderverein Naturschutz MK. Das Gelände sei ideal für Schafe. Deshalb hat man auch an zahlreiche umliegende Schafzüchter eine E-Mail geschrieben. „Beweidung ist unter den Landwirten nicht mehr in Mode“, sagt Gerd Eppe, der dennoch hoffte, dass man eine Rückmeldung bekommt. 

Und so kam es auch. Der Halveraner Züchter Sascha Prüß meldete sich auf die Nachricht. Schnell wurde man sich einig. „Die Weide ist etwas weiter weg. Aber ich arbeite in Menden. Da kann ich auf dem Heimweg vorbeischauen.“ Extratouren gebe es nur am Wochenende. Alle zwei Tage wird er die Herde besuchen und alles kontrollieren. 

Trittsicherheit ist wichtig 

Man habe sich für diese Rasse entschieden, da sie sehr trittsicher sei. Warum das auf dem Areal von Vorteil ist, dass erfuhren die Arbeiter, die das Gelände einzäunten. Das benutzte Quad lag schon mal auf der Seite, erzählt Gerd Eppe. Ziel der Ansiedlung sei, so Sascha Prüß, die Zucht der Tiere. Auf der Weide befindet sich auch ein Zuchtbock.

 Auch für die Natur habe die Beweidung Vorteile. Gerd Eppe: „Die Fläche ist eine sogenannte Magerweide. Dort sind zahlreiche seltene Pflanzen zuhause. Etwa das Ferkelkraut, der Blutwurz, echter Ehrenpreis oder das Habichtkraut. Auch die Gelbe Wiesenameise ist hier beheimatet.“ Die Schafe fressen das umliegende Gras und verschaffen so den Pflanzen Platz zum Gedeihen. Die neuen Nachbarn in der Dahlerbrücker Siedlung sind friedlich und umgänglich. Und auch die Lärmentwicklung hält sich beim Fressen in Grenzen, sagt Züchter Sascha Prüß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare