Stallhauser klagen über Höhe der geplanten Wohnhäuser

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Anwohner Herbert Schäl auf dem Balkon seines Hauses in Stallhaus. Der Baum (mit Fahne) markiert die Höhe der Häuser, die im Neubaugebiet vor seinem Grundstück entstehen sollen.

Schalksmühle -  „Die Schalksmühler sollen sehen, wie hoch die Häuser sind, die uns vor die Nase gesetzt werden sollen.“

Um ihrem Ärger über die Planungen für das Neubaugebiet Stallhaus Luft zu machen, haben Anwohner am Samstag mit der Aufstellung von drei Bäumen in Höhe der geplanten sechs zweigeschossigen Gebäude, die das Neubaugebiet nach oben hin abschließen sollen, ein Zeichen gesetzt. 

„Wir sind grundsätzlich nicht gegen die Bebauung“, erklärt Herbert Schäl, der zu den direkt betroffenen Siedlern gehört. „Es geht nur um die Höhe der Häuser. Wir wissen ja seit 40 Jahren, dass hier eines Tages gebaut werden wird.“ Gegen eingeschossige Bauweise hätte keiner der Nachbarn etwas einzuwenden. Was ihn und weitere Nachbarn stört, ist die zweigeschossige Bauweise der geplanten Häuser, die – das befürchten die Anwohner – den bestehenden Häusern jegliche Sicht und Sonne nehmen könnte. 

Schon damals Kritikpunkt

Schon beim ersten offiziellen Bürgergespräch zum geplanten Neubaugebiet Anfang November vergangenen Jahres hatten die Anwohner ihren Unmut über die Planungen kundgetan. Ausgerechnet genau am höchsten Punkt stünden die hohen Gebäude den dort bereits Wohnenden genau vor der Nase, war schon damals als Kritikpunkt zu hören. 

Die damalige Forderung der Siedler lautete, ein Geländeprofil im oberen Bereich zu erarbeiten. Auch schriftlich meldeten acht Eigentümer unmittelbar im Anschluss an das Bürgergespräch ihre Bedenken an. „Ein Geländeprofil würde dann zeigen, ob auch wir – wie bei den anderen 35 Grundstücken – über die Neubauten hinweg schauen können“, hieß es darin. 9,50 Meter hoch sind die Bäume, die Herbert Schäl, Peter Pohl, Hans-Jürgen Krummel und Manfred Trimpop, UWG-Ratsherr und Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Waldesruh-Stallhaus, am Samstag aufgestellt haben. Die Höhe entspricht Häusern mit Flachdach in zweigeschossiger Bauweise. 

Pläne sind noch einmal überarbeitet worden

Die Bedenken der Anwohner sind Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt, wohl bekannt. Nach dem Bürgergespräch im November seien die Pläne noch einmal überarbeitet und der Abstand der Bebauung um zwei Meter verschoben worden, erläutert er auf Nachfrage. Zum Haus Stallhaus 22 betrage der Abstand 26 Meter beziehungsweise acht Meter von der Grundstücksgrenze.

„Wir bauen ja kein viergeschossiges Gebäude dorthin“, betont Bechtel. Vielmehr schließe sich in Stallhaus Gleichwertiges mit Gleichwertigem an. Zudem würde es die bewusst lockere Bebauung erlauben, in jeder Richtung an den neuen Häusern vorbeizuschauen. Auch müsse ja nicht zwangsläufig zweigeschossig gebaut werden. 

"Die Gemeinde muss auch an die Erwerber denken"

Eingeschossigkeit würde jedoch erheblich teurer. „Die Gemeinde muss auch an die Erwerber denken“, betont Bechtel. Immerhin gehe es um junge Familien. Zur Einsicht liegt der Bebauungsplan für das Baugebiet ab Montag, 24. April, öffentlich im Rathaus aus. Bis 24. Mai können die Pläne während der Dienststunden im Zimmer 49, Fachbereich III – Planen und Bauen, eingesehen werden. 

Während dieser Zeit kann jeder eine schriftliche Stellungnahme einreichen. Erst danach, in der Ratssitzung vom 10. Juli, entscheidet der Rat über die Pläne. „Letztlich ist das eine politische Entscheidung“, erklärt Bechtel.

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