Staatsschutz ermittelte

Polizeieinsatz: Verdacht auf Reichsbürger

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Schalksmühle - Zahlreiche Polizisten waren am Mittwochvormittag am Eschenweg im Einsatz. Anwohner und Passanten gingen zunächst von einer Razzia aus. Das bestätigt die Polizei Hagen nun.

Einsatzkräfte des Staatsschutzes durchsuchten dort zwei Wohnungen, in denen sie Reichsbürger vermuteten. Gegen 10.45 Uhr stürmten die Beamten die beiden Wohnungen am Eschenweg. Der Hintergrund der Durchsuchung sei zunächst eine Körperverletzung gewesen, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung vonseiten der Pressestelle der Polizei Hagen, die für den Einsatz verantwortlich war.

Als sich der Verdacht auftat, dass es sich bei dem Täter um einen sogenannte Reichsbürger handele, wurde dem Staatsschutz die Zuständigkeit übertragen. „Bei den Durchsuchungen der Wohnungen hat sich der Verdacht allerdings nicht bestätigt“, sagt Pressesprecher Michael Siemes von der Polizei Hagen. „Der Fall geht damit wieder an die Kriminalpolizei des Märkischen Kreises.“ 

Nicht der erste Einsatz zu dem Thema

Für die Gemeinde Schalksmühle ist das Thema Reichsbürger nichts Neues. Bekannt ist der selbsternannte „König von Preußen“, dem im Februar 2017 schwere Unterarmverletzungen mit einer Motorsäge zugefügt wurden. Der damals 54-jährige Schalksmühler und Reichsbürger hatte sich mit einem damals 37-jährigen Mann aus Werdohl gestritten. Hintergrund war eine Verhandlung zum Wohnrecht. 

Während des Streits verschwand der Schalksmühler, kehrte mit einer Hartgummi-Peitsche zurück und fing an, den Werdohler damit zu schlagen. Dieser verletzte den Schalksmühler dann mit der Motorsäge, er hielt die Säge zur Abwehr hoch. Die Sperre des Geräts habe sich gelöst, sagte der Werdohler aus. Der Reichsbürger wurde so stark verletzt, dass er fast beide Arme verlor.

Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in eine Spezialklinik nach Dortmund, in der beide Arme wieder angenäht wurden. Vor Gericht erschien der Reichsbürger nie. Er habe kein Interesse, an diesem Strafverfahren im Amtsgericht Lüdenscheid teilzunehmen, ließ er das Schöffengericht im April dieses Jahres wissen. 

55-Jähriger verliert fast beide Arme 

Der inzwischen 55-Jährige ist der Polizei bekannt gewesen: Er habe die Beamten laut eines Polizisten „sehr häufig auf der Wache besucht“. Da habe er unter anderem Erb-Ansprüche im Osten Deutschlands angemeldet und auf sein adliges Blut verwiesen. Er sei allerdings nicht der klassische, extreme Fall eines Reichsbürgers, verkündete er damals. 

Mittlerweile wohnt der Reichsbürger in Süddeutschland. Der angeklagte Werdohler wurde in diesem Jahr wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Mehr zu dem Fall von 2017 finden Sie hier

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