Unterstützung für Flüchtlingskind

Sprachpatin für Grundschule Spormecke

+
Gemeinsam lesen, spielen oder sich einfach unterhalten: Sprachpaten vermitteln Sprache spielerisch und legen Wert auf die Beziehung.

Schalksmühle - Über das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Märkischen Kreises wurden im Januar die ersten Sprachpaten an die Grundschulen geschickt. In einer Eins-zu-eins-Betreuung sollen ehrenamtliche Helfer den Kindern spielerisch die deutsche Sprache näher bringen.

Neun zugewanderte Kinder kamen im vergangenem Jahr an die Schulen in Schalksmühle. Im Märkischen Kreis sind es insgesamt 500 jedes Jahr. Die eine Hälfte dieser Kinder sind Flüchtlinge, die andere sind Zugewanderte aus EU-Staaten. 

Allen gemeinsam ist, dass sie wenig bis keine Deutschkenntnisse haben. Weil auch Schulen mit diesen Situationen überfordert sind, hat das KI des Märkischen Kreises Sprachpaten ausgebildet. Für ein Kind der zweiten Klasse der Grundschule Spormecke wurde eine Sprachpatin gefunden. Die erste gemeinsam Stunde findet am 6. Februar statt.

Eine Stunde für Kind und Patin

Sie trifft sich einmal in der Woche mit ihrem Patenkind für jeweils eine Stunde in der Schule. Während die Mitschüler im normalen Unterricht sitzen, bekommt das Patenkind eine Sprachförderung der besonderen Art. Dabei wird jedoch darauf geachtet, dass keine Hauptfächer versäumt werden. Es geht dabei nicht um eine Stunde Deutschunterricht, sondern um eine gemeinsame Zeit, die beiden Spaß und Freude bringen soll. Beim gemeinsamen Spielen, Basteln, Vorlesen oder Unterhalten, soll das Kind ganz nebenbei die Sprache lernen. Das Projekt SmiLe (Sprachbildung mit individuellem Lernerfolg) begann erstmals im Kreis Düren im Münsterland im Jahr 2011.

Gute Erfahrungen aus anderen Städten

Und die Erfahrungen der Lehrer und Eltern der Kommune versprechen große Erfolge: „Dank der Sprachpaten können die Schüler unterrichtsbezogen in das Schulleben integriert werden“, war eine Aussage. „Die Sprachpaten haben sich mit hohem Engagement eingebracht. Sie bauten eine persönliche Bindung zu den Kindern auf. Die Eltern schätzen sehr, dass ihren Kindern eine zusätzliche Möglichkeit zum Deutschlernen geboten wurde und dass dies in de Schulvormittag integriert wurde“, wurde auch gelobt. Verena Knop vom KI des Märkischen Kreises sagt jedoch: „Das Projekt der Sprachpatenschaft wird als einer von vielen Bausteinen verstanden.“

Jedoch sei Sprachförderung nicht nur im Deutschunterricht zu leisten. Denn einer der Leitgedanken der Sprachförderung ist es, dass „Kinder interessierte und sensible Gesprächspartner brauchen“. So werde sowohl durch Sprache, Mimik und Gestik, als auch durch die Herstellung und Pflege der Beziehung zum Kind, die Sprache gefördert. Vor allem die Eins-zu-eins-Betreuung macht den großen Unterschied. „Die Stunde gehört nur dem Kind und dessen Paten“, heißt es.

Knop sagt ganz klar: „Alle Schulen sind überlastet.“ Der Bedarf ist groß und das KI wirbt daher weiter für das Ehrenamt. Die Ehrenamtler werden vorab vom KI auf die Tätigkeit vorbereitet und ausgebildet. Die zweimonatige Qualifizierung umfasst drei Module, die dann jeweils rund vier Stunden dauern. Die Inhalte sind Zuwanderung und Kultur, Situation der Kinder mit dem Schwerpunkt Trauma und Flucht, Gestaltungsmöglichkeiten einer Sprachpatenstunde sowie Möglichkeiten und Grenzen der Patenschaft.

Sprachpate werden

Die nächste Schulung beginnt Ende März oder Anfang April in Iserlohn. Teilnehmer erhalten eine Wegstreckenentschädigung. Interessierte können Kontakt zu Verena Knop vom Kommunalen Integrationszentrum unter Tel. 0 23 51/9 66 65 36 aufnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare