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Sportentwicklung im MK: Vereine gehen nicht nur auf die Jugend zu

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Von: Thomas Machatzke

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Rundreise durchs Sportdorf Schalksmühle.
Rundreise durchs Sportdorf Schalksmühle. © Alisa Kannapin

Mobilität für Ältere rückt in den Fokus der Sportentwicklungsplanung in Schalksmühle. Bei einer Rundreise durchs Dorf wurde auch ein Blick auf die ältere Generation geworfen.

Schalksmühle – Es war ein stattliches Programm, das Ronnie Goertz am Freitag zu bewältigen hatte bei seinem Besuch in Schalksmühle. Gemeinsam mit Klaus-Peter Wiebusch, dem Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes, schaute sich der Gast aus dem Kreis Heinsberg, der in der Volmegemeinde die Sportentwicklungsplanung als Projektbegleiter des Landessportbundes NRW betreut, die Sportstätten des Ortes an. Und dazu ging es in den Seniorenpark Reeswinkel und die betreute Wohneinrichtung für Ältere an der Mühlenstraße.

Sportstätten, Sporträume. „Wir haben uns die Glör angeschaut, die Primusschule, den Jahnplatz, auch die Wiese unterhalb der Sporthalle Löh. Den Sportplatz Kuhlenhagen, die TSD-Sporthalle und das 8Giebel-Projekt an der Kreuzkirche“, sagt Klaus-Peter Wiebusch, „Ronnie Goertz fand es toll, hat sich allerdings dann doch gewundert, wie groß die Gemeinde von der Fläche her ist.“

Alter Jahnplatz als Filetstück?

Kurzum: Ansatzpunkte, um den Sport weiterzuentwickeln, gab’s auf der Rundreise einige, wobei in diesem Kontext der alte Jahnplatz das Filetstück aller Kreativplanungen sein könnte. Goertz kam direkt ein Projekt aus Hamburg in den Sinn – ein Platz mit Insellösungen, einzelne sportliche Betätigungsfeldern innerhalb aufgeschütteter Hügel. Wieder eine neue Idee für die Sportzukunft am Ort.

Auch mit dem Austausch mit den älteren Bürgern der Gemeinde war Wiebusch am Ende des Tages sehr zufrieden. Wiebusch und Goertz sportelten am Vormittag direkt mit an der Mühlenstraße mit den sieben Seniorinnen und dem einen Senior. Sitzgymnastik. „Mobilität ist ein großes Thema für die Älteren“, sagt Wiebusch, „das fängt ja schon da an, wo sie nicht wissen, ordentlich mit dem Rollator zum Rewe zu kommen.“ Der Bürgerbus holt sie nicht vor Ort ab, fährt nur bestimmte Routen. Der Weg zu Fuß ist beschwerlich, seitdem die Gemeinde den direkten Weg hinauf zum Rewe-Markt für den neuen Bahnhofsvorplatz geopfert hat. Und der versprochene Aufzug, er lässt auf sich warten.

Noch kein Aufzug am Bahnhof

Eigentlich war er ein Regionale-Programmpunkt der letzten Generation, im Jahr 2022 soll er dann auch tatsächlich kommen. So indes müssen die Älteren nun die komplette Bahnhofstraße bis zum Ende laufen und dann ein Stück zurück zum Supermarkt. „Die Älteren warten sehnlichst auf den Aufzug“, erklärt der GSV-Vorsitzende. Aus dem Seniorenpark in Reeswinkel fährt zwar der Bürgerbus das Dorf an – aber hier bemängeln die Älteren, dass es nach nur einer Stunde zurückgeht. Das ist mitunter schwierig, wenn sie nicht mehr so schnell zu Fuß sind. Und ein Kaffee und ein Stück Kuchen im Ortskern sind da kaum möglich. Eine andere Taktung der Rückfahrt – womöglich nach zwei Stunden – könnte da hilfreich sein, stellt Wiebusch fest.

Klaus-Peter Wiebusch Schalksmühle
Klaus-Peter Wiebusch, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, besuchte gemeinsam mit Projektbegleiter Ronnie Goertz die Sportstätten und Sporträume der Gemeinde, aber auch zwei Einrichtungen für Ältere, um ins Gespräch zu kommen. © Thomas Machatzke

Stichwort Mobilität: „Genauso gibt es die Frage: Wie kommt man in die Turnhalle?“, sagt Wiebusch, „die gilt genauso für die Bewohner des Seniorenparks in Reeswinkel. Auch wird vormittags ein attraktives Programm gemacht, was das Sporteln angeht. Aber die Senioren wären auch offen, am Nachmittag noch Angebote anzunehmen. Egal, ob in der Turnhalle oder mit einem Übungsleiter aus dem Verein, der zu ihnen kommt und sie bewegt. Die Nachmittage werden ihnen oft lang.“

Verwundert war Wiebusch, dass die Älteren zum Beispiel gar nichts wussten von den Sportmöglichkeiten für Ältere, die die Gemeinde ganz bewusst im Volmepark geschaffen hat. Schließlich ist diese Parkanlage als Mehrgenerationenpark ausgelegt. „Dazu kommt, dass für einen Besuch im Volmepark die Alltagsbegleiter fehlen“, sagt Wiebusch, „alleine sind die Älteren da hilflos, betreut werden sie aber nur in den Einrichtungen. Da würde es auch schon helfen, wenn man ein Abholen und Betreuen organisieren würde.“ Wiebusch bringt hier auch das Jugendzentrum und den dort zur Verfügung stehenden Bus ins Gespräch. Und außerdem Kooperationen der Einrichtungen mit den Sportvereinen. Im Seniorenpark Reeswinkel hat es so eine schon einmal mit dem TuS Stöcken-Dahlerbrück gegeben. Örtlich ist das naheliegend. „Die Einrichtungen sind sehr offen dafür, sehr interessiert“, gibt Wiebusch wieder.

Abschluss der „Bestandsaufnahme“ steht kurz bevor

Der Gemeindesportverband und Ronnie Goertz stehen damit kurz vor dem Abschluss der „Bestandsaufnahme“. Noch ein Gespräch in der Primusschule, dann wird ein Haken hinter das Sammeln von Ideen und Anregungen gemacht. Am Donnerstag werden Wiebusch, die Verwaltung und Goertz noch einmal in einer Videorunde zusammenkommen. Am Montag soll dann der Stand der Dinge im Rahmen der Sitzung des Jugend- und Sportauschusses im Rathaus präsentiert werden. Eine endgültige Zusammenfassung der Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung ist bis zum Ende des Jahres geplant. 2022 geht es dann daran, aus den Ergebnissen eine Vorlage für den Rat zu machen. Und danach soll die Umsetzung folgen.

„Da sind auch viele Dinge dabei, die einfach und für gar nicht viel Geld umzusetzen sind“, sagt Wiebusch und sieht den Sport und das Miteinander im Sport alleine durch diesen Prozess auf einem guten Weg. Als es kürzlich bei seinem Verein, dem Schalksmühler TV, kritisch wurde mit der Resonanz aufs Volleyball-Angebot, hat Wiebusch dies bei Facebook gepostet. Es entstand so ein Austausch mit den Nachbarn TuS Linscheid-Heedfeld und TuS Stöcken-Dahlerbrück. Dort gab es ähnliche Probleme. Nun soll auf kleinem Wege kooperiert werden. Über eine Vereinbarung, die es Mitgliedern des einen Vereins ermöglichen soll, im anderen Verein aktiv werden zu können. Und vielleicht auch über die SpielerPlus-App, über die Trainingsabsprachen erfolgen können und die der TuS Linscheid-Heedfeld bereits erprobt hat mit seinen Volleyballern.

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