Sport mit Flüchtlingen: Uwe Rittinghaus erhält Integrationspreis

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Uwe Rittinghaus inmitten „seiner“ Sportler. „Ich habe alles, was ich investiert habe, vielfältig zurückbekommen“, sagt er.

Schalksmühle – Im Rahmen der 9. Regionalen Bildungs- und Integrationskonferenz im Gymnasium Iserlohn-Letmathe wurde der Schalksmühler Uwe Rittinghaus kürzlich für herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Integrationsarbeit mit dem Integrationspreis des Märkischen Kreises ausgezeichnet.

Vor 500 Besuchern überreichte Landrat Thomas Gemke dem passionierten Fitness-Sportler die mit einem Preisgeld verbundene Auszeichnung für seinen außergewöhnlichen Einsatz. „Stellvertretend für alle, die Menschen ein Zuhause geben“, nahm Rittinghaus die erste Auszeichnung dieser Art im Beisein von Gemeindevertretern und Mitstreitern aus Reihen des Netzwerks Flüchtlingshilfe Schalksmühle in Empfang.

„Das alles ist nur möglich mit dem Ganzen, was in Schalksmühle vorhanden ist“, schloss er das Engagement vieler – seine eigene Familie eingeschlossen - in seine Würdigung ein. „Das Konzept Gemeinde und Netzwerk Flüchtlingshilfe.“ Die Sportgruppe, für die er den Preis erhalten hat, leitet Uwe Rittinghaus gemeinsam mit Conny Specht.

„Das Ganze funktioniert auch nur mit Conny Specht“, berichtet er im persönlichen Gespräch. Nach den Anfängen der Sportgruppe gefragt, holt der fünffache Familienvater weit aus. Vom Wunsch, etwas zu tun, als 2015 die Grenze geöffnet wurde und Flüchtlinge ins Land strömten, ist die Rede. „Wir wollten etwas tun, Nähe geben, ein Zuhause geben.“

Ausgezeichnete Integrationsarbeit: Uwe Rittinghaus – im Bild mit seiner „rechten Hand“ Conny Specht – hat den Integrationspreis des Märkischen Kreises erhalten.

Sportgeräte selbst gebastelt

Selbst seit mehr als zehn Jahren begeisterter Fitness-Sportler, fing er an, „Sportgeräte zu basteln“ und mit Flüchtlingen im eigenen Garten Sport zu treiben, Fußball zu spielen oder an der Glör schwimmen zu gehen. „Der Sport war gut fürs Vergessen und die Bewältigung von Ängsten.“ Wie er erzählt, ging es ihm auch darum, mit seiner Initiative Ängste im eigenen Umfeld abzubauen und zu zeigen, „dass man als normaler Mensch Dinge verändern kann“.

„Wir haben uns dann dem Netzwerk Flüchtlingshilfe angeschlossen.“ Nach einigen Monaten stellte die Gemeinde der Gruppe, die bereits in den Anfangstagen rund 20 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen hatte, die Turnhalle der Schule Klagebach für ihr Training zur Verfügung. Seither kommen die Männer, Frauen, Kinder und Jugendlichen einmal pro Woche zum Auspowern und gemeinsamen Sporttreiben zusammen. „Ich wollte zeigen, dass das Miteinander von Männern und Frauen funktioniert“, ergänzt Uwe Rittinghaus.

Viele seiner Sportler haben eigenen Aussagen zufolge in der Gruppe eine neue Familie gefunden. „Wir nehmen auch am AOK-Lauf und an Sponsorenläufen teil.“

Er selbst hat „alles, was ich investiert habe, vielfältig zurückbekommen. Es gab noch nie Probleme.“ Ihm selbst und seiner Familie habe die Gruppe „unendlich viel gebracht“. Das Preisgeld, das zu seinem Preis gehört, kommt in vollem Umfang seinen Sportlern zugute.

Apropos Sponsoring: Derzeit beteiligt sich die Gruppe am Mark-E-Sponsoring. Wer die Sportler unterstützen möchte, kann sich als Mark-E-Kunde einloggen und für das Projekt abstimmen. Über die Gruppe und die Arbeit im Westfälischen Hof hat der Märkische Kreis einen fünfminütigen Film gedreht, der demnächst auch online gestellt werden soll.

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