Spielplätze: Bürger nun gefragt

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Der Spielplatz Philippstraße in Dahlerbrück soll nicht geschlossen werden – darauf einigte sich gestern der Jugendausschuss. Sowohl für Dahlerbrück als auch für den Platz in Heedfeld-Mitte soll ein neues Nutzungskonzept erarbeitet werden.

Schalksmühle - Die Spielplätze Heedfeld-Mitte und Philippstraße werden nicht geschlossen. Stattdessen soll die Verwaltung zusammen mit den Bürgern in den Ortsteilen neue Nutzungskonzepte für die Flächen erstellen. Darauf einigte sich am Mittwochabend der Ausschuss für Kinder, Jugend und Schule in der Grundschule Spormecke.

Selten wurden so schnell so viele Arme hochgehoben, um eine Wortmeldung zu signalisieren, wie am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Schule. Grund war die Empfehlung der Verwaltung, zwei Spielplätze in Heedfeld und Dahlerbrück aufgrund mangelnder Nutzung und zu geringer Anzahl an Kindern im Einzugsbereich zu schließen (wir berichteten). Von einer strikten Außerbetriebnahme distanzierten sich die Ausschussmitglieder dann auch schnell.

Doch nicht nur die Mitglieder äußerten mehrheitlich ihren Unmut über den Vorschlag, die Plätze zu schließen. Auch Bürger, vor allem aus Dahlerbrück, wehren sich gegen die Schließungen. Elke Schmidt (Sachkundige Bürgerin, UWG) verlas eine Stellungnahme von Dahlerbrücker Bürgern, in der diese klar machen, dass der Spielplatz Philippstraße sehr wohl mehr genützt würde – wenn denn das Erscheinungsbild und der Zustand der Spielgeräte besser wäre. Eine Unterschriftenliste sollte die Meinung der Anlieger belegen.

Die Schilderung der aktuellen Situation auf dem Spielplatz in Dahlerbrück (Schaukel fehlt, Gras ist zu hoch, kein Sandkasten) veranlasste mehrere Ausschussmitglieder zur Frage, ob die Verwaltung den Spielplatz vielleicht extra nicht mehr gewartet habe, um die Nutzung zu reduzieren und die Schließung voranzutreiben? Das wies Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, entschieden zurück: „Wir haben unseren Job gemacht.“ Der Platz werde wie alle anderen auch regelmäßig gewartet und kontrolliert.

Emmerichs und Bürgermeister Jörg Schönenberg wiesen darauf hin, dass dem demografischen Wandel Rechnung getragen werden müsse und in den Einzugsbereichen der betroffenen Spielplätze eben die wenigsten Kinder gemeldet seien. „Man darf die einzelnen Spielplätze auch nicht isoliert betrachten“, sagte Schönenberg und erinnerte an jeweils zwei weitere Spielplätze in den Ortsteilen Heedfeld und Dahlerbrück. Außerdem hieße eine Schließung der Plätze nicht, dass dort nie wieder eine Spielfläche in Betrieb genommen werde könne.

Eltern wollen sich einbringen

Letztlich sorgten ein weiterer Aspekt der Bürger-Stellungnahme aus Dahlerbrück und eine Anregung von Pfarrerin Doris Korte für die Lösung des Problems: Die Eltern erklärten ihre Bereitschaft, an der Philippstraße unter anderem selbst einen Sandkasten aufzubauen und diesen abends abzudecken, um ihn vor der Verschmutzung durch Tiere zu schützen. Doris Korte schlug vor, auf dem Spielplatz Heedfeld-Mitte Bänke und einen Basketballkorb aufzustellen, „um den vielen Jugendlichen im Ortsteil einen Aufenthaltsort zu bieten“.

Die Eigeninitiative der Dahlerbrücker Eltern und Kortes Idee stießen im Ausschuss auf große Zustimmung. Susanne Ebert (Sachkundige Bürgerin, FDP) sagte, dass die „Vollversorgungs-Mentalität“ der Bevölkerung ein Ende haben müsse. Die Bürger sollten nicht immer nur von der Gemeinde Leistungen einfordern, „sondern sich auch mal zusammensetzen und schauen, wo sie sich einbringen können“.

Im Gegenzug solle die Verwaltung – darauf einigte sich der Ausschuss – auf Wünsche der Bürger eingehen. So entschied das Gremium einstimmig, als Beschlussempfehlung an den Hauptausschuss weiterzugeben, dass die Verwaltung sowohl in Heedfeld-Mitte als auch an der Philippstraße defekte Spielgeräte kurzum abbaut. Darüber hinaus sollen die in der Sitzungsvorlage genannten Spielgeräte in Heedfeld umgesetzt beziehungsweise eingelagert werden. Des Weiteren sucht die Verwaltung nun das Gespräch mit den Eltern in Dahlerbrück und den Jugendlichen in Heedfeld, um über die weitere Nutzung der Spielflächen zu sprechen.

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