Sphärische Klänge zu Tod und Auferstehung

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Martin Boes, der aus Melle stammt und Kindheitswurzeln in Schalksmühle hat, spielte am Mittwoch auf verschiedenen Instrumenten.

Schalksmühle - In Lyrik und Musik als sinnliche Ausdrucksmittel des Unaussprechlichen näherte sich Martin Boes, freiberuflicher Musiktherapeut aus Melle mit Kindheitswurzeln in Schalksmühle, am Mittwochabend in der Erlöserkirche schwerer Thematik, Tod und Auferstehung, an.

Von Monika Salzmann

„Wann ich aber auferstehe“ war der Abend, der in eine andere Welt entführte, überschrieben. Mit vielen persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen aus seiner heilpädagogischen und musiktherapeutischen Arbeit füllte Boes seine nachdenklich stimmende Reise ans Ende des Lebens, zu Werden und Vergehen an. Eng mit der Passionszeit, dem Leiden und Sterben Jesu, brachte er seine Lyrik und Musik für Saiteninstrumente und Metallklangwerke in Verbindung.

Zwei Gemälde – das des greisen Simeon, der das Jesuskind auf den Armen trägt, und eine Darstellung des Evangelisten Matthäus mit dem Engel – band er in seine Ausführungen ein. Simeon als Sinnbild der Epiphaniaszeit, die Ausgangspunkt des Abends war. Matthäus mit dem Engel, der dem Evangelisten über die Schulter schaut und ihm die Worte, die er schreiben soll, ins Ohr flüstert, um Brücken zu seiner eigenen Lyrik zu bauen.

Gedämpftes Licht in der abgedunkelten Kirche unterstrich die Intimität und Intensität des Augenblicks. Mit den ewig unbefriedigten Wann- und Warum-Fragen des Menschen beschäftigte sich der frühere Schalksmühler. Von Menschen, die er beim Sterben begleitete, Augenblicken, in denen „man spüren konnte, dass noch jemand anderes im Raum ist“, alles Schwere abfällt und licht wird, berichtete er. Vom Nadelöhr ins Leben und dem gleichen Weg zurück war die Rede.

Dem Schmerz nach dem Verlust eines lieben Angehörigen, dem Loslassen, der Verwandlung und dem Vermächtnis eines Verstorbenen verlieh er in seiner Lyrik eindringliche, zu Herzen gehende und tröstliche Worte. Heilende Kraft entfaltete die Musik, die Martin Boes auf speziell entwickelten Kantelen, Xylophon und Röhrenglocken, dem Glockengeläut des Freiburger Münsters nachempfunden („Ein wunderbares Geläut“), zauberte. Sphärische Klänge, die innerste Saiten zum Klingen brachten, erfüllten den Kirchenraum. Untrennbar waren Lyrik und Musik, das gesprochene Wort und sein Nachklang in der Musik, miteinander verknüpft.

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