Sicherung des Hangs

Sperrung der B54 nach Fels-Absturz - 1000 Bäume fallen

B54, Volmestraße, Schalksmühle, Felssicherung
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Rund 1000 Bäume müssen gefällt werden, bevor der Gutachter das Gefahrenpotential einschätzen kann, das von dem Hang an der B54 ausgeht.

Die B54 ist gesperrt. Der Grund sind Felsbrocken, die auf die Fahrbahn gestürzt sind. Nun geht es um die Sicherheit der Autofahrer.

Dahlerbrück – Die Bundesstraße 54 zwischen Dahlerbrück und Rummenohl ist gesperrt. Und das wird auch noch ein paar Wochen so bleiben. Auslöser für die Vollsperrung sind dicke Felsbrocken, die im Januar auf die Fahrbahn gerollt sind. Größeren Schaden haben sie nicht angerichtet, doch die Gefahr, dass noch weiteres Gestein abbricht, ist groß.

Als Sofortmaßnahme musste der Bereich auf der Volmestraße abgesichert werden. Etwa vier Wochen lang wird der Verkehr nun seit Dienstag über die Heedfelder Straße sowie die Glörstraße/Dahlerbrücker Straße umgeleitet. Eine einseitige Sperrung mit Ampelanlage reicht für die Arbeiten des zuständigen Landesbetriebs Straßen.NRW nicht aus.

Erste fallen Bäume, dann kommt der Gutachter

„Es handelt sich hierbei um einen Nordhang, wo keine Sonne hinkommt, und der ist total bewachsen und vermoost“, erklärt Andreas Berg von Straßen.NRW die Herausforderung, mit der die Fachleute konfrontiert sind. Doch es wird noch komplizierter: „Es müssen jetzt erst noch rund 1000 Bäume gefällt und aus dem steilen Hang herausgeholt werden. Anschließend muss der Moos- und Flechtenbewuchs abgetragen werden, damit der Gutachter genau eruieren kann, wie die Beschaffenheit des Hangs ist“, gibt Berg einen kleinen Einblick in die umfangreichen Arbeiten, die noch anstehen. Mit der ganzen Botanik, die den Hang umschließt, könne sich der Gutachter kein genaues Bild von der Struktur des Bergs machen und die nötigen Maßnahmen nicht einschätzen. Lose Felsen und der Verlauf der Gesteinsschichten seien so nicht ersichtlich.

Die Schuld an dem gefährlichen Geröll, das sich selbstständig gemacht hat, sucht Andreas Berg hauptsächlich in der Witterung und der Lage des Hangs. „Da kommt so gut wie nie Sonne hin. Da trocknet auch nicht viel ab. Alles ist dort feucht. Dadurch kann der Frost natürlich auch viel sprengen“, beschreibt er die Situation. Besonders die vielen Frost-Tau-Wechsel in der vergangenen Zeit hätten ihren Teil dazu beigetragen, die Felsen marode werden zu lassen.

Vor der Felssicherung: Die Forstwirte Maik Ehler (links) und Gregore Mindrila werden noch Wochen mit der Rodung des Bergs zu tun haben. Alle Bäume, Moos und weiterer Bewuchs müssen komplett entfernt werden.

Rund vier Wochen wurden zunächst veranschlagt, um dem Gutachter einen ungetrübten Blick auf den Berg zu ermöglichen. Ob oder wie lange die B54 anschließend noch gesperrt werden muss, hängt von dem Urteil des Sachverständigen ab. „Wir haben im Moment dort eine Vollsperrung. Aufgrund dieser Tatsache werden wir die Felssicherung garantiert dann auch unter Vollsperrung durchführen“, dämpft Berg die Hoffnungen auf eine baldige freie Fahrt, schenkt den Verkehrsteilnehmern aber auch einen kleinen Lichtblick: „Wenn wir Glück haben, muss einfach nur eine Felsberäumung gemacht werden. Das geht schnell. Wenn wir Pech haben, müssen wir den ganzen Hang mit Ankern und Netzen überspannen. Das wäre dann eine etwas größere Maßnahme.“

Wenn wir Glück haben, muss einfach nur eine Felsberäumung gemacht werden. 

Andreas Berg von Straßen.NRW

Wie viel Zeit so eine Maßnahme kosten würde, sei derzeit noch nicht absehbar. Alles hänge laut Berg von dem Urteil des Gutachters ab. Unter dem vielen Moos könnte sich auch noch eine böse Überraschung verstecken: „Wir machen gerade auch eine Felssicherung zwischen Wetter und Herdecke an der L675 am Harkortsee. Die ist seit über einem Jahr gesperrt und die größte Felssicherungsmaßnahme in ganz NRW. Da spannen wir rund 10 000 Quadratmeter Netze und bauen fast einen Kilometer Fangzäune auf.“

Es bleibt also zu hoffen, dass in einem Monat nichts Unvorhergesehenes unter dem Moos zum Vorschein kommt. Denn dann müssten die Verkehrsteilnehmer auf noch unbestimmte Zeit die großen Umwege in Kauf nehmen.

Die Umleitungen

Zwei Umleitungen sind für Autofahrer während der Sperrung des Teils der B54 möglich:
1. Eine Umleitung in Fahrtrichtung Süden wird als U1 über die Landesstraße 561 (Heedfelder Straße) und die K36 (Klagebach) ausgeschildert.
2. In Fahrtrichtung Norden wird die Umleitung als U2 über die K10 (Glörstraße/Dahlerbrücker Straße), die L528 (Frankfurter Straße) in Richtung und durch Breckerfeld und die L701 (Prioreier Straße/Oesemund Straße) bis Priorei ausgeschildert.

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