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Sparkassenfusion: Politiker haben „Bauchschmerzen“

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Von: Bettina Görlitzer

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Das Logo der Sparkasse an der Hauswand einer Filiale in der Innenstadt.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht passen die Sparkassen Lüdenscheid und Hagen/Herdecke gut zusammen, heißt es in der Begründung für die angestrebte Fusion, mit der beide Banken zukunftssicher aufgestellt werden sollen. © Soeren Stache/dpa

Mit „Bauchschmerzen“ wurde in geheimer Abstimmung über die Fusion der Sparkassen Lüdenscheid und Hagen/Herdecke entschieden. Sorgen machen sich die Politiker unter anderem um eine mögliche Dominanz des größeren Partners aus Hagen. 

Schalksmühle – Die Skepsis unter den Schalksmühler Politikern zur Fusion der Sparkasse Lüdenscheid mit der Sparkasse Hagen/Herdecke ist nach wie vor groß. Aber letztlich stimmte auch der Rat der Volmegemeinde, wie der Stadtrat in Lüdenscheid und der Gemeinderat in Herscheid, am Montag mehrheitlich mit 19 zu sieben Stimmen für die Fusion zur neuen „Sparkasse an Volme und Ruhr“. Der Rat der Stadt Halver tagt am Mittwoch, 22 Juni, und wird sein Votum zur Fusion dann beschließen.

Am Freitag werden die Stimmen der beteiligten vier Kommunen in der Versammlung des Zweckverbandes der bisherigen Sparkasse Lüdenscheid dann entsprechend der Ratsbeschlüsse abgegeben. Vorbehaltlich der Entscheidung aus Halver ist die geplante Fusion damit auf der Zielgeraden angekommen. Als Stichtag zur Vereinigung ist der 31. August vorgesehen.

Geheime Abstimmung

In der Ratssitzung am Montag war Thorsten Haering, Vorstand der Sparkasse Lüdenscheid, zugegen, um Fragen der Schalksmühler Politiker zu beantworten. Bürgermeister Jörg Schönenberg, der selbst der Verhandlungskommission angehört hatte, erinnerte an die Ausgangslage mit Niedrigzinsniveau, regulatorischen Anforderungen und demografischem Wandel. Auch der Ukraine-Krieg berge Unsicherheiten für Banken. Der Druck auf die betriebswirtschaftliche Lage sowie die zunehmende Digitalisierung stellten große Herausforderungen dar. „Wir glauben, dass Fusionen die Antwort auf die Fragen der Zukunft sind“, so Schönenberg.

Bernd Müller (UWG) wiederholte seine bereits im Hauptausschuss vorgetragene Sorge, dass der neue Zusammenschluss zu sehr vom größeren Partner Hagen dominiert werde und die kleineren Kommunen an Einfluss verlieren könnten. Ortwin Schmidt (UWG) ergänzte unter anderem die Sorge um die Arbeitsplätze und die Zukunft der Niederlassungen in den einzelnen Kommunen. Haering sagte, dass man bisher mit allen Kommunen „sehr gut“ zusammengearbeitet habe. „Ich bin sicher, dass das auch in der Zukunft so bleibt. Aber Ihr Bauchgefühl kann ich Ihnen am Ende des Tages nicht wegreden.“ Eine Prognose, was in zehn oder 15 Jahren sein werde, könne niemand stellen, aber: „Es ist Sparkasse und soll Sparkasse bleiben.“ Sorge um die Beschäftigten müsse man sich nicht machen, da betriebsbedingte Kündigungen für die erste Zeit ausgeschlossen seien und beide Sparkassen schon bald in die Lage kämen, Lücken, die durch alterbedingte Fluktuation entstehen, schließen zu müssen.

Nachdem CDU-Fraktionsvorsitzender André Krause bereits im Hauptausschuss angekündigte hatte, für die Entscheidung im Rat eine geheime Abstimmung zu beantragen, war die Verwaltung vorbereitet, als die erforderliche Anzahl von Stimmen für diesen Antrag erzielt wurde. Ein Tisch mit der Kabine und Wahlurne standen bereit und Stimmzettel waren gedruckt.

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