Diskussion um Schalksmühler Brandschutzbedarfsplan

SCHALKSMÜHLE ▪ Feuerwehr muss sein, niemand würde das ernsthaft in Frage stellen. Was im Grundsatz unstrittig ist, darf im Detail allerdings diskutiert werden. Diskussionsgrundlage ist seit einer Gesetzesänderung im Jahre 1998 der Brandschutzbedarfsplan. 1990 als Brandschutzkonzept begonnen und 2001 als Plan verabschiedet, ist nun eine Überarbeitung angezeigt. Diese erste Fortschreibung stellte Gemeindebrandinspektor Dieter Coordt am Montag in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vor. In die Zuständigkeit des Ausschusses fallen Gebäude, mithin die vier Feuerwehrgerätehäuser in Dahlerbrück, Schalksmühle, Winkeln und an der Spormecke.

Die gute Nachricht vorne weg: Der Kreisbrandmeister hat dem überarbeiteten Schalksmühler Brandschutzbedarfsplan schon sein Okay gegeben. Das bedeutet unter anderem, dass die Zahl der Gerätehäuser und die Ausstattung mit Fahrzeugen nicht in Frage gestellt werden.

Der Kreisbrandmeister hat darüber hinaus angeregt, die erfolgreiche Arbeit der Jugendfeuerwehr umfangreicher darzustellen. Sie ist die Nachwuchsschmiede für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich zurzeit 31 Jungen und Mädchen. Insgesamt sind in der Feuerwehr 131 Bürger aktiv. Das ist nach Plan zu wenig. Es müssten 178 Bürger sein. „Deshalb ist die Nachwuchswerbung, auch für Quer- und Seiteneinsteiger, unsere vordringliche Aufgabe“, sagte Coordt. Eigenes Personal sei das allerwichtigste. Weil die Erreichbarkeit der freiwilligen Feuerwehrleute tagsüber durch die Berufstätigkeit stark eingeschränkt ist, müssen die Wehren umfangreiche Reserve- und Vertretungsregeln finden. Nur so sei im Falle des Einsatzes die geforderte Personalstärke am Einsatzort zu gewährleisten.

Um den Dienst in der Feuerwehr, der unter anderem sehr viel Engagement in der Freizeit erfordert, attraktiv zu machen, verwies Coordt auf das Beispiel Plettenberg. Nach seiner Darstellung werden dort im Jahr 45 000 Euro von der Stadt zur Verfügung gestellt, um Feuerwehrleute eine Art Rente zu zahlen.

Im Zusammenhang mit denn wechselnden und insgesamt gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr trug Coordt abermals seinen Wunsch vor, die vier Feuerwehrgerätehäuser mit Notstromaggregaten auszurüsten. Es sei im Zeitalter zunehmender Hochwasser, Starkstürme und starker Schneefälle nicht abwegig, auf eine längere Zeit ohne Stromversorgung vorbereitet zu sein. „Dann wissen die Menschen, wo es Licht, Wärme und ein heißes Getränk gibt“.

Ersatz für Fahrzeuge ist zum Teil schon im Doppeletat eingeplant. Das Problem bei nicht einsatzfähigen Fahrzeugen sei nicht die Pflege, sagte Coordt. Vielmehr seien für 20 Jahre alte oder noch ältere Fahrzeuge oftmals keine Ersatzteile mehr erhältlich.

Einig waren sich alle Ausschussmitglieder, dass es in der Frage der Löschwasserversorgung niemals einen abschließenden Stand geben werden. Das sei ein Prozess, der von der Gemeinde in ständiger Absprache mit den Stadtwerken Lüdenscheid begleitet und gesteuert werde, sagte Bürgermeister Jörg Schönenberg.

SPD-Sprecher Lutz Schäfer wünschte sich mehr Zeit, um den Plan in der Fraktion in Ruhe beraten zu können. Ähnliches forderte Dietmar Daßler für die FDP. Er bemängelte, dass in dem Plan keine Perspektive aufgezeigt werde. In der Abstimmung enthielten sich SPD und FDP. UWG und CDU stimmten dem Plan zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare