Sommerfest: Glühwein statt Cocktails

SCHALKSMÜHLE ▪ Mit einem Sommerfest hatte das, was die Schalksmühler am Wochenende im Ortskern erlebten, eher wenig zu tun. 40 Liter Glühwein, die am Samstagabend an der Cocktailbar verkauft wurden, sprachen für sich.

Anja Wolf vom Organisationsteam aus dem Ordnungsamt bewies Galgenhumor und änderte den Aufdruck auf dem Ausweis, den sie als Teammitglied trug, von „Sommer-“ in „Regenfest“.

Insgesamt konzentrierte sich das Fest an allen drei Tagen am Rathausplatz – trotz weiterer Angebote entlang der Bahnhofstraße und offener Geschäfte an der Mühlenstraße am Sonntag. Kindertrödel-Stände gab es gar keine, das Kinderschminken, das am Samstag ins Wasser gefallen war, wurde gestern in abgespeckter Version durchgeführt. Beim wii-Bowling-Turnier in der Volksbank war der Andrang zeitweise größer als die meiste Zeit am Kinderkarussell und beim Kistenklettern.

Schalksmühler Sommerfest Nr. 1

Dass Regen und Kälte die Schalksmühler nicht komplett vom Feiern abhielten, zeigte sich erstmals richtig am Samstagabend. In Anbetracht des Wetters war eine durchaus ansehnliche Zahl von Besuchern auf dem Rathausplatz – und es blieb trocken, so dass die Auftritte der Cover-Formationen Hesjan und Abba Review nicht ins Wasser fielen. Bei Hesjan wollte der Funke jedoch noch nicht wirklich überspringen. Die Combo präsentierte handfesten Coverrock der 70er und 80er Jahre, der die Herzen vieler Musikfreunde hätte höher schlagen lassen sollen, starteten die Musiker um Frontmann Tom Engel doch mit zwei schwungvollen Openern („We didn’t start the fire“ von Billy Joel und „Don’t pay the ferryman“ von Chris De Burgh). Der Aufforderung ans Publikum, sich näher zur Bühne zu begeben, folgte kaum jemand, und um die Schalksmühler bei „Country Road“ mitsingen zu hören, war ein hohes Maß an Konzentration erforderlich.

Sommerfest Schalksmühle Sonntag

Im Anschluss kündigte Moderator Uwe Niehaus mit der Band Abba Review den Top-Act des Abends an, der gleich mit dem Ohrwurm „Waterloo“ loslegte. Die Sängerinnen Lidia Lingstedt (als Agnetha) und Isabell Classen (als Anni-Fried) schafften es schnell, ihre Fans zur Bühne zu locken und lieferten gemeinsam mit Björn (Steve Stevens) und Benny (Markus Wentz) sowie Chris Fagerland (Keyboard), Lee Romeo (Bass), Per Torstensen (Akustik-Gitarre, Percussion) sowie „Wosch“ am Schlagzeug eine musikalisch wie optisch mitreißende Show in Abba-typischen, bunten Glitzer-Kostümen. Dabei waren die Musiker bemüht, neben den gut gelaunten Pop-Klassikern wie „SOS“, „Mamma Mia“ oder „Honey, Honey“ auch die melancholischen Nummern nicht außen vor zu lassen. Beim hymnischen „The winner takes it all“ zündeten die Schalksmühler Wunderkerzen an. Dass Abba auch für rockigere Töne gut war, bewies „Does your mother know“.

Nachdem zum Auftakt am Freitag mit DJ Dirk Reimann nur eine überschaubare Besuchermenge den Rathausplatz leer wirken ließ, begann der Samstagnachmittag vielversprechend mit vielen Zuschauern beim Menschenkickerturnier mit sechs Mannschaften. Dann kam ein heftiger Gewitterschauer, der Zauberer Arnd Clever, der gerade mit seinem Programm begonnen hatte, von der Bühne vertrieb. „Arnd mit D“ zeigte seine Zaubereien später an den Tischen, so dass mit der Sportschule Strackbein und der Leistungsriege des Schalksmühler TV das Programm planmäßig weiterging.

Sommerfest Schalksmühle Abendprogramm1

Der Heimvorteil der Akteure sorgte dafür, dass sich vor der Bühne die Zuschauer drängelten. Das gleiche galt am Sonntagnachmittag, der die Organisatoren nach einem schwach besuchten Frühschoppen mit den Leather Brothers ein wenig versöhnte. Dann traten neben den Kampfsportlern und den Turnerinnen auch die Tänzerinnen des TuS Stöcken-Dahlerbrück auf. Die Formationen „Splendid“ „New Generation“, „Starlight“ (acht bis 14 Jahre) sowie zwei neue Kindergruppen begeisterten. Die Turnerinnen des STV beeindruckten mit fast akrobatischen Einlagen am Boden. Bei der Sportschule Strackbein wurde es zum Finale spektakulär, als Holzbretter zertreten wurden und Ralf Strackbein selbst eine Reihe mit Zementblöcken zerschlug. Zuvor zeigten Sportler verschiedenen Alters aus dem Bereichen Taekwondo und Kickboxen Beispiele ihres Trainings. Erstmals auf der Sommerfest-Bühne zu sehen waren die „Dragon-Kids“, Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, die seit einem Jahr nach einem speziellen Programm trainieren.

Und wer gestern bis zum Schluss blieb, wurde mit einem höchst amüsanten Auftritt belohnt – Änne aus Dröpplingsen sorgte für ein gelungenes Finale eines abermals verregneten Festes. ▪ bot/gör

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