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So soll Schalksmühle zur Marke werden

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Von: Thomas Machatzke

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Frau und zwei Männer im Rathaus
Lisa Geuting (Mitte) nach ihrem Vortrag im Ausschuss mit Bernd-Martin Leonidas (links) und Bürgermeister Jörg Schönenberg (rechts) im Foyer. © Machatzke, Thomas

Die Gemeinde Schalksmühle soll zur Marke werden. Lisa Geuting stellte dafür ihre Bachelorarbeit mit dem Thema Branding und Imagekampagne vor. Der Vortrag kam gut an.

Schalksmühle – Es ist keineswegs selbstverständlich, wenn einer Gruppe von Menschen der Spiegel vorgehalten wird, der explizit auf Schwächen hinweist, und wenn diese Gruppe dies dann auch noch begeistert goutiert. Insofern war der Vortrag zum Thema „Rebranding und Imagekampagne“ von Lisa Geuting im Ausschuss für Kultur und Sport der Gemeinde am Montag ein durchaus bemerkenswerter Moment.

Lisa Geuting ist in Schalksmühle aufgewachsen. Die 25-Jährige wohnt inzwischen in Bochum. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Rahmen des Studiums für Marken- und Kommunikationsdesign in Düsseldorf hat sie erst in einem Workshop ein Marken-Konzept für „ihren persönlichen Lieblingsplatz“, die Glörtalsperre, geschrieben. Und so kam sie auf die Idee, ein Konzept für die gesamte Gemeinde Schalksmühle zu entwickeln.

„Im Ruhrgebiet ist Schalksmühle nicht so bekannt“, stellte Geuting am Montag einleitend fest, „das Image ist ein bisschen verstaubt.“ Im digitalen Bereich gebe es viel Nachholbedarf, Schalksmühle sei bislang keine Marke. Also riet sie der Gemeinde zur klaren Abgrenzung und Positionierung. Quasi zum Rebranding, also einer Marketinginitiative, bei der die Identität verändert wird, um zu beeinflussen, wie die Marke in den Köpfen der Menschen wahrgenommen wird.

So soll Schalksmühle zur Marke werden

Geuting hat sich dem Thema kreativ genähert. Ihr neues Image für die Volmegemeinde basiert auf vier „Stimmungswelten“: „vollaktiv“ (für Menschen zum Beispiel, die Natur erleben wollen), „vollverliebt“ (für Paare, die gemeinsam Orte wie die Glör oder das Mesekendahl erleben können), „vollneugierig“ (für Familien mit Kinder) und „vollentspannt“ (für Ältere, die den Ort in Ruhe im Café erleben wollen). Dazu definierte Geuting drei Markenkernwerte für den Ort: „Natürlich, herzlich und bunt“. Das Herzliche kommt auch in den neuen Logos zum Tragen – in ein Hashtag-Symbol zu den vier farblich prägnant herausgearbeiteten Stimmungswelten ist jeweils ein Herz eingearbeitet. Neben den Logos gehören auch eine Broschüre, in der die Stimmungswelten vereint zu finden sind (mit schrägen Rechtecken im Layout, die für die Berg- und Talgemeinde charakteristisch sein sollen), und eine neue App zur Kampagne.

„In der App soll man Schalksmühle digital erleben können“, stellte Geuting vor. Die App bietet auch die vier Welten, aber eben auch eine Karte, die explizit auf Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung hinweist. Menschen sollen sich über die App austauschen können mit anderen. Auch ein Merchandising-Shop und ein Instagram-Gewinnspiel, um Menschen in den Ort zu locken, sind angedacht. Mit dem Posten von Aktivitäten soll authentisches Storytelling über die Gemeinde die Bekanntheit fördern und helfen, aus Schalksmühle eine touristische Marke zu machen. Plakate und Postkarten runden das Gesamtpaket ab.

„Schalksmühle lässt viele Kapazitäten ungenutzt“, warb Geuting abschließend für das Rebranding, aber auch für den Ausbau freizeit-touristischer Highlights. So könne die Gemeinde mehr Cafés, Restaurants und Kneipen vertragen, aber zum Beispiel auch eine Minigolfanlage, einen Skaterpark oder eine Kletterwelt.

Bernd Müller spricht von einer „Schatzkiste“ für die Gemeinde

Bernd Müller (UWG), Vorsitzender des Ausschusses Kultur und Sport, sprach nach dem Vortrag von einer „Schatzkiste“ für Schalksmühle. Der Marketing-Experte der Verwaltung, Bernd-Martin Leonidas, erkannte im Konzept klar, dass der „Schalksmühler Leuchtturm die Natur“ sei. „Ich bin geflasht. Bombastisch!“, freute sich Kathrin Seggedi (SPD) über den bunten Strauß an Ideen, Jan Schriever (FDP) kommentierte: „Toll, eine Werbekampagne für Schalksmühle zu bekommen. Sie ist erfrischend mutig und bunt, ich bin begeistert.“

Der Arbeitskreis Demografie, so der Beschluss des Ausschusses für Kultur und Sport, soll die Bachelorarbeit nun in seine Arbeit aufnehmen. Abschließend bat Bürgermeister Jörg Schönenberg den jungen Gast noch, den Prozess in Schalksmühle weiterhin zu begleiten. „Das ist mehr als lohnenswert“, stellte Schönenberg fest. Mehr Zuspruch hätte Geuting am Montagabend kaum bekommen können.

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