Prozess bis Ende Oktober

Versuchter Mord: 28-Jähriger zündet zwei Häuser an

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Schalksmühle/Hagen - Beim zweiten Verhandlungstag gegen einen 28-jährigen Schalksmühler wegen versuchten Mordes kommen einige Zeugen zu Wort.

Die Siedlung am Linscheider Berg in Schalksmühle ist für die Polizei schon seit Längerem ein schwieriges Pflaster: Das machten am zweiten Verhandlungstag im Landgericht Hagen mehrere Zeugenaussagen von Beamten deutlich. Auch aus Lüdenscheid und Meinerzhagen waren immer wieder Verstärkungskräfte vor Ort, um Probleme rund um „Drogen, Alkohol und Waffen“ zu lösen. 

Die Zeugen berichteten von „Bedrohungsszenarien“, Widerstandshandlungen, Schüssen aus einer Schreckschusspistole und feindlichen Steinwürfen aus diversen Häusern der Siedlung. Nach den Schüssen sei auch schon mal ein Sondereinsatzkommando der Polizei vor Ort gewesen. Über „Randale am Linscheider Berg“ und 62 Polizeieinsätze berichteten wir schon im Frühjahr 2017, nachdem ein Bewohner des Viertels seinen Vermieter immer wieder beleidigt und bedroht hatte. 

Zahlreiche Personen sind durch Randale aufgefallen

Heike Hartmann-Garschagen, Vorsitzende Richterin des jetzigen Schwurgerichtsverfahrens, zählte sieben Personen namentlich auf, die bei Polizeieinsätzen immer mal wieder durch Randale aufgefallen waren. Auch der Angeklagte habe zu dieser schwierigen Klientel gehört, bestätigte ein Polizeizeuge, der sich an mehrere dieser Namen erinnern konnte. Mit der mutmaßlichen Brandstiftung haben die Gewaltausbrüche nun offenbar einen traurigen Höhepunkt erreicht. 

Polizeibeamte, die am 9. Dezember 2019 vor Ort waren, schilderten die aufgrund der starken Rauchentwicklung lebensgefährliche Situation: Der Vermieter habe aus dem zweiten Obergeschoss heraus „um Hilfe geschrien“, weil eine Flucht über das verrauchte Treppenhaus nicht mehr möglich war. „Er wurde mit rußgeschwärztem Gesicht von der Feuerwehr über eine Leiter gerettet“, erinnerte sich der Einsatzleiter jenes Abends. 

Akute Gefahr für weitere Anwohner

Ein weiterer Beamter hatte sich nach dem Brand in den „komplett ausgebrannten Kellerbereich“ des Hauses begeben, wo kaum noch etwas zu erkennen war. Er erinnerte sich an das Gespräch mit einem Augenzeugen, der noch am Abend des Brandes seine Eindrücke in einer Vermutung zusammengefasst habe: „Das geht hier nicht mit rechten Dingen zu.“ Auch für die Bewohner der anderen Hälfte des Doppelhauses bestand eine akute Gefahr aufgrund der starken Rauchentwicklung: „Drei Personen mussten raus.“ 

Der Angeklagte äußerte sich auch am zweiten Verhandlungstag noch nicht zu den Vorwürfen. Er hat allerdings noch viel Zeit, denn ein Urteil wollen die Richter erst Ende Oktober verkünden. Insgesamt 17 Verhandlungstage hat die Kammer für die umfassende Aufklärung der Vorwürfe eingeplant.

Der Prozess wird am 10. Juli ab 14 Uhr im Landgericht fortgesetzt.

Der Fall

Ein 28-jähriger Mann aus Schalksmühle muss sich wegen versuchten Mordes, besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Hagen verantworten. Er soll in der Nacht des 9. Dezember 2019 gemeinsam mit einem Mittäter ein Doppelhaus in Schalksmühle in Brand gesetzt haben, um seinen Vermieter zu töten. Am 22. Juli 2019 soll der Angeklagte ein weiteres, offiziell leerstehendes Haus in Schalksmühle angezündet haben.

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