Sicherheit hat Vorrang: Bäume müssen fallen

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Freie Sicht auf den Bolzplatz am Ortsausgang von Stallhaus: „Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt und die meisten finden es wohl ganz in Ordnung, dass die Kinder gut zu sehen sind“, sagte Manfred Trimpop (UWG). ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Pflicht des Grundstückseigentümers zur Verkehrssicherung hat letztlich dazu geführt, dass in Stallhaus die freie Sicht auf den Bolzplatz am Ortsausgang möglich ist. Das war nicht so geplant, hat sich aber im Zuge eines von der Gemeindeverwaltung angestoßenen Verlaufs so ergeben.

Hintergrund ist, das an der Stelle in Stallhaus eine bislang auf dem Wege der Versickerung funktionierende Straßeentwässerung nicht mehr dem Standard genügt. Jörg Kückelhaus vom Bauamt berichtete in der Sitzung des Fachausschusses, dass die Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises der Einleitung die für eine Einleitung an der bisherigen Stelle und bisherigen Form benötigte, bisher aber nicht vorliegende wasserrechtliche Erlaubnis nicht erteilen werde, da die Einleitungsstelle innerhalb eines Quellgebietes liegt.

Als neue Form der Straßenentwässerung ist für den genannten Bereich in Stallhaus eine Rigolen-Entwässerung vorgeschlagen und beschlossen worden. Für diese Entwässerung sind Erdarbeiten und die Verlegung eines Rohres in einem Kiesbett erforderlich. Die Rigole soll auf der Straßenseite eingebaut werden, auf der sich der Bolzplatz befindet. Um die Erdarbeiten zu ermöglichen, sollte ein zwei Meter breiter Streifen entlang der Straße abgeholzt werden.

Hubertus Bierkoch, der für Schalksmühle zuständige Förster, hat dem privaten Waldbesitzer angeraten, nicht nur den Streifen, sondern den ganzen Bestand bis zum Bolzplatz und zusätzlich eine nicht mehr standsichere, weil komplett ausgehöhlte Buche zu fällen. „Es war das einzig sinnvolle, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“, sagte Bierkoch der Redaktion. Der Förster erläuterte, dass Baumbestände eine Eigenstabilität haben. „Der am Rand stehende Bewuchs, die Traufbäume, tragen dazu erheblich bei. Wenn wir die entfernen, destabilisieren wir den restlichen Bestand. Dazu kommt, dass der Bolzplatz zwar von der Gemeinde betrieben wird, sich aber auf dem privaten Grundstück des Waldbesitzers befindet. Er steht also auch für die Zuwegung in der Verkehrssicherungspflicht“, führte der Förster aus.

UWG-Ratsherr Manfred Trimpop, der das Thema seinerzeit im Fachausschuss ansprach, erklärte auf Anfrage der Redaktion, dass sich die Lage in Stallhaus doch wieder beruhigt habe. Anfangs wurde erhöhte Lärmbelästigung durch den Betrieb auf dem Bolzplatz befürchtet. Inzwischen finden es die Bürger aber wohl in Ordnung, dass der Bolzplatz einsehbar ist und die Kinder nicht so versteckt im Wald spielen. Trimpops Vorschlag, die alte Entwässerung wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen, fand im Ausschuss und bei den Fachleuten keine Zustimmung. ▪ bomi

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