"Lernen Sie Deutsch" - Integrationssekretärin zu Besuch

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„Wir lernen Deutsch“ steht auf der Tasche, die jeder Flüchtling zum Deutschunterricht bekommt.

Schalksmühle - Integrationssekretärin Serap Güler von der CDU verschaffte sich einen Eindruck von der Integrationsarbeit in der Gemeinde Schalksmühle und besuchte die Begegnungsstätte.

Wo steht Schalksmühle in der Integrationsarbeit? Dieser Frage ging am Donnerstag Integrationssekretärin Serap Güler nach. Bei ihrer Reise durch die 54 kommunalen Integrationszentren in NRW war der Märkische Kreis die 41. Station der CDU-Politikerin. Hier besuchte sie zusätzlich die Begegnungsstätte für Flüchtlinge – den dafür genutzten ehemaligen Westfälischen Hof. 

Während im oberen Stockwerk Flüchtlinge wohnen, bietet das Flüchtlingsnetzwerk Schalksmühle im Erdgeschoss Beratungs- und Integrationsangebote an. Güler sagt: „An solchen Orten geschieht echte Integration.“ Begleitet wurde sie von Landrat Thomas Gemke, empfangen von Bürgermeister Jörg Schönenberg, Mike Dulas und Silvia Gonzáles sowie von Michael Czech, Gregor Heggemann und Sergej Spengler vom kommunalen Integrationszentrum des Kreises.

Gespräche mit Irmtraud Quenzel im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt standen jedoch die Gespräche mit Irmtraud Quenzel, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagiert. Sie erzählte Güler von der Situation der Flüchtlinge in der Gemeinde, den Umbau des Westfälischen Hofes und führte sie durch die Räumlichkeiten. Für viele Flüchtlinge sei dieser Ort ihr zweites Zuhause. „Das ist hier eine große Familie“, sagt Quenzel. 

Irmtraud Quenzel zeigte Serap Güler (rechts) den Westfälischen Hof.

Innerhalb der Gemeinde kann sich auch Bürgermeister Schönenberg nicht über fehlende Akzeptanz beklagen. Trotzdem fordert er, dass die Politik gerade den Ehrenamtlern mehr zuhören soll. „Das Ehrenamt sollte mehr zu Wort kommen.“ Güler lobt das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde und weiß: „Politik alleine hätte das nie geschafft.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte zwar Recht behalten, aber „das haben wir Menschen wie ihnen zu verdanken.“

Zugang zur Arbeit soll einfacher werden

Irmtraud Quenzel nutzte ihre Chance, um auf einige Missstände aufmerksam zu machen. Unter anderem nannte sie einige Beispiele von Flüchtlingen, die gute Ausbildungen und Studiengänge in ihrer Heimat absolvierten, aber in Deutschland viele Hürden überwinden müssen, um eine Anstellung zu finden – und diese seien dazu meist in fachfremden Gebieten. Den Vorschlag, notarielle Anerkennung und Beglaubigungen zu beschleunigen, nimmt Güler mit nach Düsseldorf in den Landtag.

Für die Begegnungsstätte wünscht sich Quenzel aktuelle einen Drucker. „Hier werden häufig Bewerbungen geschrieben, aber drucken muss ich sie immer Zuhause.“ Bürgermeister Schönenberg möchte sich nun bemühen und sagt „Ich denke, das kriegen wir hin.“ 

Wie zu jedem Feiertag, trafen sich auch am Donnerstag Flüchtlinge in der Begegnungsstätte, um gemeinsam zu kochen und anschließend zu essen. Beim Rundgang probierte die Integrationssekretärin Güler Falafelbällchen. Sie selbst hat türkische Wurzeln, studierte unter anderem Germanistik und appellierte im Gespräch mit den Menschen vor Ort: „Lernen Sie die Sprache.“ Deutsch sei nicht einfach, aber: „Ohne geht gar nichts.“

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