Corona-Weihnachten

Kein Besuchsverbot, aber Regeln: Seniorenheime planen Weihnachten unterschiedlich

Seniorenhaus Muhle Weihnachten 2020 Corona
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Trotz Corona ist es weihnachtlich: Im Seniorenhaus Muhle findet eine Leserunde statt. Im Hintergrund brennt das Kaminfeuer, das auf diesem Foto nicht zu sehen ist.

Testen, testen und nochmals testen: Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen wollen die Schalksmühler Pflegeeinrichtungen Angehörigen an den Weihnachtsfeiertagen Besuche bei ihren Lieben ermöglichen.

Schalksmühle – Mit dem harten Lockdown wurden die Test- und Hygieneregeln in den Einrichtungen noch einmal verschärft. Besuche sollen aber weiterhin möglich sein. Ein generelles Besuchsverbot wie an Ostern beim ersten Lockdown sieht die überarbeitete Corona-Schutzverordnung vom 14. Dezember nicht vor – wohl aber verpflichtend FFP2-Masken und soweit möglich Schnelltests vor dem Besuch.

Große Weihnachtsfeiern sind abgesagt

Sowohl im Seniorenhaus Muhle als auch im Seniorenpark Reeswinkel sind lieb gewonnene Feierlichkeiten in größerem Rahmen vor und an Weihnachten abgesagt worden. Vieles läuft anders in diesem Jahr. Vieles ist nicht möglich – angefangen bei Heiligabend-Gottesdiensten mit Kaffeetrinken im Kreis der Angehörigen bis zur Bescherung mit Kindern.

Mit Blick auf das, was das Virus in Pflegeheimen anrichten kann, sind die Vorsichtsmaßnahmen, was Besuche angeht, in beiden Einrichtungen groß. Im Seniorenpark Reeswinkel ist der alljährliche Weihnachtsgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken an Heiligabend dem Rotstift zum Opfer gefallen, wie Leiter Steffen Mischnick erzählt. „Wir dürfen keine großen Aktionen durchführen.“

Seniorenpark: Besuchszeit an Heiligabend

Was das Pflegeheim macht, um die Bewohner auf Weihnachten einzustimmen, sind kleine, interne Aktionen wie jüngst ein mobiler Weihnachtsmarkt, für den ein Servicewagen umfunktioniert und durch die Wohnbereiche geschoben wurde. Zum Materialpreis konnten die Bewohner dort weihnachtliche Deko, von Mitarbeitern, Freunden und Bekannten gebastelt, erwerben. Von Weihnachtskarten zum Verschenken bis zu liebevoll dekorierten Zweigen reichte die Palette.

An Heiligabend selbst wird es während der Besuchszeit keinerlei Aktionen im Haus geben. Damit trotzdem weihnachtliche Stimmung aufkommt, wird das Haus festlich geschmückt. Zudem soll weihnachtliche Musik in den Wohnbereichen erklingen. Besuche sind nur in den Zimmern erlaubt.

Weihnachten ist auch eine Zeit, die mit Schmerz verbunden ist.

Steffen Mischnick, Leiter des Seniorenparks Reeswinkel

Bei Verwandten, die ihre Angehörigen an Weihnachten nach Hause holen möchten („Anfragen sind da“), bittet Steffen Mischnick dringend darum, sich testen zu lassen. Besonderes Augenmerk richtet die Einrichtung auf die Bewohner, die an den Feiertagen keinen Besuch bekommen. „Weihnachten ist auch eine Zeit, die mit Schmerz verbunden ist“, weiß Steffen Mischnick.

Seniorenhaus geht kein Risiko ein

Kein Risiko eingehen, was die Abholung durch Verwandte angeht, möchte Hendrik Gräff vom Seniorenhaus Muhle. „Wir haben darum gebeten, niemanden abzuholen“, sagt er. Es habe so viele Heime böse erwischt, da wolle er kein Risiko eingehen. „Die Leute halten sich auch daran.“ Für den internen Gottesdienst am 1. Feiertag wird „selbst Pfarrerin Doris Korte getestet.“ Besucher, die ins Haus kommen, machen von den Testmöglichkeiten regen Gebrauch. „Wir haben das Gartenhaus zum Testzentrum erklärt.“

Liebevoll richten die Mitarbeiter das Haus für die Feiertage her. Auch das allseits beliebte Backen und Basteln darf nicht fehlen. Intern – ohne Besucher – gab’s bereits eine kleine Adventsfeier. Traditionsgericht an Heiligabend ist und bleibt Kartoffelsalat mit Würstchen. An den Feiertagen „wird dann super lecker gekocht“.

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