Seniorenhaus Muhle erreicht Höchstnote bei MDK-Prüfung

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Die Ordner stapeln sich im Seniorenhaus: Pflegedienstleiterin Erdmuthe Steins präsentiert einen kleinen Teil der Dokumentation.

Schalksmühle - Note 1,0 für das Seniorenhaus Muhle: Über die Höchstbewertung bei der Prüfung des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) konnte sich jetzt das Team der Schalksmühler Pflegeeinrichtung freuen.

Benotet werden bei den MDK-Prüfungen im Einzelnen die Pflege und medizinische Versorgung – hier erhielt das Seniorenhaus Muhle eine 1,1 –, der Umgang mit demenzkranken Bewohnern (1,0), soziale Betreuung und Alltagsgestaltung (1,0) sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene (1,0). Auch die Befragung der Bewohner ergab eine 1,0 für die heimische Einrichtung.

Für die dort tätigen 30 Mitarbeiter, die sich um 25 Bewohner kümmern, ist das Ergebnis eine schöne Anerkennung der überaus anspruchsvollen Arbeit. „Darum sind wir stolz, dass wir geschafft haben, eine 1,0 zu bekommen“, sagt Hendrik Gräff. Gleichwohl wissen der Einrichtungsleiter und sein Team freilich, die Bewertung realistisch einzuschätzen. „Die Note zeigt natürlich nicht, dass alles perfekt ist. Sie bedeutet leider nicht automatisch, dass es in einer Einrichtung eine liebevolle, menschliche Betreuung gibt“, so Gräff. Pflegedienstleiterin Erdmuthe Steins stimmt zu: „Der pflegerische Zustand der Bewohner schlägt sich in der Note nicht wirklich wieder.“ Allerdings zeige eine Höchstbewertung, dass in dem jeweiligen Haus Leute arbeiten, die ihr Handwerk verstehen und dass Prozesse vernünftig ablaufen, sagt Hendrik Gräff.

So oder so: Für die Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung bedeutet die jährliche, unangemeldete Prüfung des MDK ein hohes Maß an Stress und Anspannung. „Alles wird bis ins kleinste Detail kontrolliert“, weiß Gräff. Aus diesem Grund muss eine umfassende Dokumentation vorliegen. „Sämtliche Arbeitsabläufe müssen konzeptionell erfasst sein“, erklärt Erdmuthe Steins. Und so existieren pro Bewohner zwischen 25 und 50 Seiten in einer Dokumentationsmappe, die stets auf dem neuesten Stand gehalten werden muss.

8 der 30 Mitarbeiter seien mit der Dokumentation betraut, hierfür würden sie einen Tag pro Monat komplett freigestellt. Hinzu kämen noch bis zu zwei Stunden pro Schicht, erklärt Gräff.

Hinzu käme die Ungewissheit, an welchem Tag im Jahr die Prüfer ins Seniorenhaus kommen. „Dieser ständige morgendliche 9-Uhr-Druck, der sich aufbaut, macht auf Dauer schon gar“, so der Einrichtungsleiter. Entsprechend zollten Hendrik Gräff und Erdmuthe Steins ihrem Team nach der sehr gut verlaufenen Bewertung ein besonders großes Lob und Dank für das hohe Maß an Engagement.

Dominic Rieder

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