Seminar über exklusive Teesorten

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Natalia Panne (2. von rechts) stellte viele verschiedene Teesorten vor. Zusammen mit ihrem Mann Olaf betreibt sie einen Internet-Versandhandel für hochwertige Tees. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Guter Tee ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Beides, weiß Teeexpertin Natalia Panne, ist aber nur dann der Fall, wenn man auf wirklich erstklassig verarbeiteten Tee zurückgreift. Der ist in Deutschland aber gar nicht so leicht zu bekommen und zudem nicht gerade günstig.

Natalia Panne, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Olaf Panne den Internet-Versandhandel http://www.tea-exclusive.de betreibt, war beim Frauenabendkreis der Erlöserkirche zu Gast, um den Geschmackssinn der Damen für hervorragenden Tee zu schärfen.

„Tee lügt nicht, er sagt uns schon beim Betrachten, ob er gut ist oder nicht“, betont die Tee-Fachfrau. Vor allem eine hohe Anzahl in ihm enthaltener Blüten bürge für Qualität. Bevor die Teilnehmerinnen an einer formvollendeten Verkostung der mitgebrachten Teeprodukte teilnehmen konnten, vermittelte Natalia Panne theoretische Kenntnisse über das edle Getränk. Aromatisierte Tees oder schnöde Aufgüsse wie Früchtetee, bei dem es sich gar nicht um echten Tee handelt, haben bei der Expertin aus Kierspe keine Chance, denn solche „Gummibärchen-Tees“ verderben bei den Konsumenten den Geschmackssinn für die edlen Teesorten, die nicht selten feine und dezente Aromen haben.

Die Tees aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde unterscheiden sich, so die Referentin, in der Regel vor allem durch das Herstellungsverfahren, wobei es jedoch auch bei den Teepflanzen unterschiedliche Züchtungen gibt. „Das ist wie bei den Äpfeln, die ja auch zu einer Gattung gehören, aber viele verschiedene Unterarten haben“, erklärt Natalia Panne. Beim weißen Tee werden zum Beispiel die Blätter und Blüten ausschließlich an der Sonne getrocknet. Hochwertiger weißer Tee ist daran zu erkennen, dass ausschließlich weiße und wenig bis gar keine schwarzen Bestandteile enthalten sind. „Die schwarzen Blätter rühren bei dieser Sorte daher, dass der Tee an der Sonne verbrannt ist“, so die Expertin. Weißer Tee hat einen sehr milden Geschmack und muss deshalb bei 80 Grad Wassertemperatur lange ziehen. Hochwertiger weißer Tee kann bis zu drei Mal hintereinander aufgegossen werden.

Für grünen Tee gibt es dagegen gleich zwei Herstellungsverfahren: In China wird er mit trockener Hitze im Wok behandelt, was ihm aufgebrüht oft einen rauchigen Charakter verleiht. In Japan dagegen wird der grüne Tee feucht gedämpft. „Bei diesem Herstellungsverfahren verliert der Tee natürlich einen Teil seiner gesundheitswirksamen Eigenschaften“, so die Teeexpertin.

Diese liegen unter anderem in den im Tee enthaltenen Antioxidantien, die die Zellen des menschlichen Körpers entgiften. Der „Pu-Erh-Tee“ ist schließlich der Lieblingstee von Natalia Panne – natürlich nur dann, wenn er traditionell hergestellt wurde. „Dieser Tee ist ganz zu Unrecht in Verruf geraten, weil er in großen Mengen minderwertig hergestellt wird“, so die Referentin.

Ein guter Pu-Erh-Tee muss von wild wachsenden Teebäumen stammen. Nachdem die Blätter in der Sonne getrocknet wurden, erfolgt die Pressung zu runden Fladen. „Die werden, ähnlich einem guten Wein, immer besser, je länger sie lagern“, erklärt Natalia Panne. Es gibt durchaus Fladen, die 40 Jahre alt sind. „Solch guter Pu-Erh-Tee kann bis zu 16 Mal hintereinander aufgegossen werden, wobei der zweite oder dritte Aufguss oft der Beste ist.“

Schließlich war auch der Oolong-Tee, der meist getrunkene Tee Chinas, Thema des Vortrages. Die abschließende Verkostung der Tees zeigte dann, dass die Geschmäcker auch bei dieser feinen Art des Genusses verschieden sind. „Ein qualitativ hervorragender Tee muss nicht gleich allen schmecken“, stellt Natalia Panne klar. Jeder muss seinen Lieblingstee durch Probieren erst finden. Denn eines ist sicher: Nur wenn man echtes Verlangen nach einer Tasse Tee verspürt, tut sie dem Körper auch wirklich gut. ▪ bot

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