So sehen Schalksmühler Politiker die Ergebnisse der Bundestagswahl

Jan Schriever, Ortsvorsitzender der FDP.

SCHALKSMÜHLE - Ein schwarzer Tag für die Gelben: Seit 1949 hat die FDP erstmals nicht den Einzug in den Bundestag geschafft. „Das ist für uns wirklich bitter“, sagte Jan Schriever.

Von Matthias Clever

Die Zweitstimmenkampagne der Partei habe leider nicht funktioniert. „Miteinem Ergebnis von unter fünf Prozent habe ich nicht gerechnet“, sagte der Ortsvorsitzende der Liberalen. Er habe auf sieben bis acht Prozent gehofft.

Für das schlechte Abschneiden habe es verschiedene Ursachen gegeben. Unter anderem äußerte sich Schriever, dass das Führungsduo Rainer Brüderle und Philipp Rösler nicht funktioniert habe. Außerdem seien strategische Fehler bei der Besetzung der Ministerien gemacht worden. Auch bei der Außendarstellung sei viel schief gelaufen. Die FDP sei als die Partei der Hotelliers etikettiert worden – allerdings stünden die Liberalen vor allem für den derzeitigen Erfolg Deutschlands. Die wirtschaftlichen Daten der Bundesrepublik stimmten. „Die liberale Partei ist unverzichtbar“, sagte Jan Schriever.

Daher müsste sich die FDP nun neu ordnen und die Partei anders aufstellen. „Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wir werden wiederkommen. Es wird einen Neuanfang geben.“ Zwar gebe das Ergebnis keinen Rückenwind für die Lokalwahl, aber die Partei sei vor Ort gut aufgestellt und besetze Themen. „Die UWG ist Beweis, dass es nicht nur auf Bundesergebnisse ankommt.“

Besonders für den heimischen Bundestagsabgeordneten Johannes Vogel tue ihm das Ergebnis persönlich leid. „Johannes ist ein profilierter junger Politiker, der sein Können unter Beweis gestellt hat. Ihn brauchen wir für einen Neustart.“

Anders bewertete Jörg Weber, Vorsitzender der CDU, den Wahlausgang: „Ich bin von dem Ergebnis überwältigt.“ Zwar sei er traurig, dass die schwarz-gelbe Koalition zu Ende sei, aber die rund 40 Prozent im Bund und vor Ort zeigten, dass die Christdemokraten eine gute Politik gemacht hätten. Als neuer Partner für ein Bündnis kommt für Weber derzeit nur die SPD in Frage. „Die Grünen sind viel zu weit von uns weg.“

Das Resultat sei ein guter Schub für die Kommunalwahl im Mai. Allerdings seien dort die Karten etwas anders verteilt. „Da kommt die UWG noch dazu.“

Wenig zufrieden zeigte sich Lutz Schäfer. Der Fraktionsvorsitzende der SPD sagte, dass er mit einem Ergebnis von mehr als 28 Prozent gerechnet habe. Bevorstehende Koalitionsverhandlungen mit der CDU sieht Schäfer skeptisch. „Ich bin kein Freund der großen Koalition.“ Allerdings sei die Alternative von Rot-Rot-Grün auch mit einigen Fragezeichen versehen. „Es gibt bei den Linken einige No-Gos wie zum Beispiel den geforderten Austritt aus der Nato.“ Allerdings gebe es zwischen den Wahlprogrammen der SPD und der Linken auch viele Schnittstellen.

Das Ergebnis der Wahl zeige, dass das Volk wohl eine große Koalition wolle. „Falls es dazu kommt, müssen wir gucken, dass wir als Sozialdemokraten möglichst viele Punkte in einem Koalitionsvertrag durchsetzen können“, sagte Lutz Schäfer. Das Scheitern beim Wiedereinzug der FDP in den Bundestag sei die Quittung für die schwache Präsentation in der schwarz-gelben Koalition. Schadenfreude sei nicht seine Art – das Ergebnis tue im für die Kollegen vor Ort leid.

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