Schalksmühler Firma aktiv

Ein Schiff schwebt durchs Wohngebiet

SOEST/SCHALKSMÜHLE - In ein paar Jahren soll sie als stolze Segelyacht auf den Weltmeeren kreuzen – die erste Reise aber führte das Boot, das am Donnerstag als „Rohbau“ den halben Soester Süden vorübergehend lahmlegte, über 37,5 Kilometer auf einem Tieflader vom Steinkuhlenweg nach Holzwickede.

Von Achim Kienbaum

Was da am späten Nachmittag nach stundenlangen Vorbereitungen schließlich am Haken eines großen Kranwagens hing und in millimetergenauer Maßarbeit auf den Auflieger des Lkw einer auf Bootstransporte spezialisierten Spedition aus Schalksmühle verladen wurde, war der fast 13 Meter lange, 3,85 Meter breite und knapp 13 Tonnen schwere stählerne Traum von Wilfried Häckel.

Video vom spektakulären Transport

Drei Jahre lang hatte gelernte Gas- und Wasserinstallateur in jeder freien Minute im Garten hinter seinem Eigenheim am Steinkuhlenweg daran gearbeitet, mit Hilfe detaillierter Pläne ein ausgewachsenes Schiff zu bauen, das ihn selbst und Ehefrau Gabi im Ruhestand auf eine abenteuerliche Reise um die Welt tragen sollte.

Dann warf ein Unfall alle Pläne über den Haufen: Schweren Herzens entschloss sich das Ehepaar, den mächtigen metallenen Rumpf zu verkaufen – eine günstige Gelegenheit, auf die Claudia und Bertram Nentwig aus Holzwickede nur gewartet hatten. Sie nahmen gestern ihr neues Boot in Empfang und wurden mit vielen Nachbarn am Steinkuhlenweg Zeugen, wie das tonnenschwere Schiff aus dem Garten gehoben und transportfähig gemacht wurde.

Wie Wilfried Häckel sind auch die neuen Besitzer, sie Erzieherin, er Polizist, keine Schiffsbau-Profis, sondern enthusiastische „Amateure“, die sich über viele Jahre das nötige Wissen angeeignet haben, um den Ausbau des Bootes bis zur endgültigen Fertigstellung in Eigenregie hinzubekommen. In fünf bis sechs Jahren wird das Boot ein richtiges schwimmendes Zuhause mit mehreren Kajüten im Inneren sein, auf dem es sich prima leben lassen sollte.

Bevor das Schiff aber die Reise über die Autobahn nach Holzwickede antreten konnte, musste der Spediteur die ordnungsgemäße Sicherung der schweren Fracht von der Polizei abnehmen lassen – und bis 22 Uhr warten: Erst dann gaben die behördlichen Genehmigungen grünes Licht für den Start. Am Steinkuhlenweg blieb ein durchaus wehmütiges Ehepaar Häckel zurück, das sich immerhin mit einem weiteren „kleinen“ Traum trösten konnte, der ihm noch im Garten verblieben ist: knappe 15 Meter lang, aus Holz und volltauglich zum Segeln auf dem Möhnesee.

Rubriklistenbild: © Foto: Haas

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare