Halb verhungert um die Welt

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Sechs Wochen war der grau-getigerte Kater im Container unterwegs. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Es klingt unfassbar: Sechs Wochen harrten zwei Katzen ohne Nahrung und Wasser in einem Schiffscontainer aus, bis ihre Irrfahrt am Freisenberg endete. Während die eine Mittwoch im Tierheim Dornbusch verstarb, ist die andere wohl auf.

Taiwan. Mitte Oktober. Im Hafen steht ein Container. Katzen schleichen herum. Kurz vorm Verplomben schlüpfen zwei Tiere unbemerkt in die Alu-Box. Die Tür wird verschlossen, der Container verladen – Ziel ist die Firma Assmann in Lüdenscheid. Es ist dunkel und kalt. Weder Futter noch Wasser haben die beiden Tiere. Angekommen im Frachthafen in Hamburg, wird der Container auf einen Lastwagen verladen. Am Montagmorgen öffnen Mitarbeiter des Elektrounternehmens am Freisenberg die Plombe und finden die beiden ausgemergelten Katzen – sie alarmieren die Mitarbeiter des Tierheims Dornbusch. „Das grenzt an ein Wunder, dass die beiden Tiere die Fahrt überlebt haben“, sagt Manfred Hardy. Doch die Katzen sind schwach – vor allem die „Rote“. Hardy: „Wir konnten noch nicht einmal das Geschlecht des Tieres erkennen, weil es so ausgehungert war.“ Am Mittwoch stirbt der Vierbeiner. Der grau-getigerte Kater lebt und gewinnt langsam an Kraft. Das Alter der beiden schätzen die Tierschützer auf 14 Woche. Also waren sie fast ihr halbes Leben im Container unterwegs. Derzeit lebt der noch namenlose Kater in Quarantäne im Kleintierhaus – bestrahlt mit Wärmeleuchten. Nach und nach wird er an feste Nahrung herangeführt. Hardy: „Er ist stark und wird es schaffen.“ In rund einem halben Jahr soll er soweit aufgepäppelt und an Menschen gewöhnt sein, dass er vergeben werden kann.

Diese Arbeit sei teuer, daher hofft Manfred Hardy auf Spenden. Diese sind auf das Konto 784 85 bei der Sparkasse Lüdenscheid (BLZ 458 500 05) möglich. ▪ mc

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