Sechs Raubzüge in der Gemeinde

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Vier Männer aus dem Kosovo und Albanien müssen sich seit Mittwoch wegen 45 schwerer Einbrüche verantworten. Davon wurden sechs in Schalksmühle verübt.

Schalksmühle - Ein Mammutprozess steht dem Landgericht Hagen bevor: Vier Männer aus dem Kosovo und Albanien im Alter zwischen 35 und 43 Jahren müssen sich dort seit Mittwoch wegen 45 schwerer Einbruchdiebstähle verantworten, an denen sie in wechselnder Besetzung beteiligt gewesen sein sollen.

Der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 42-jähriger Kosovare, soll als Organisator der straff organisierten Bande die Ein- und Ausreise der Einbrecher organisiert und diese in Wohnungen in Hagen untergebracht haben. Von dort aus soll er jene Objekte ausgespäht haben, in die seine Mittäter einbrachen. Dabei sollen nicht nur die Mitangeklagten, sondern weitere teilweise unbekannte Mittäter in die Privatwohnungen und Häuser eingedrungen sein.

Laut Anklage lag der Schwerpunkt der Einbrüche in mehreren Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises. 26 der insgesamt 45 Einbrüche und Einbruchsversuche, die die Ermittler auf das Konto dieser Bande buchten, spielten sich hier ab – sechs davon in Schalksmühle, wo mehrere Tattage verzeichnet wurden: Am 3. März 2014 gab es drei Einbrüche im Wohngebiet „Mollsiepen“. Die Täter erbeuteten dort Schmuck, Bargeld, Goldmünzen und eine Handtasche. Vier Tage später kehrten sie zurück und brachen in drei Häuser am Kiefernweg und am Ahornweg ein. Dort erbeuteten sie unter anderem Schmuck und Bargeld.

Oftmals blieben die Einbrüche im Versuchsstadium stecken. Wenn die Einbrecher nichts Mitnehmenswertes fanden, zogen sie sich einfach zurück oder suchten das nächste Ziel auf. Unterwegs waren sie vor allem tagsüber, wenn sie vermuteten, dass die Bewohner nicht zuhause waren. In einigen Fällen hatten sie sich getäuscht, worauf die Einbrecher den Rückzug antraten. Gemessen an der Anzahl der Einwohner war Schalksmühle am schlimmsten betroffen. Städte wie Gummersbach (8), Plettenberg (7) und Menden (7) verzeichneten zwar noch mehr Einbrüche – das aber bei einer erheblich höheren Einwohnerzahl.

Alle vier Angeklagten wollten gestern nichts zu den Vorwürfen sagen, der mutmaßliche Kopf der Bande bestritt die Anklage. Daran änderte auch ein klärendes Gespräch unter den Berufsjuristen nichts. Die 9. große Strafkammer, der nach derzeitiger Planung noch 24 Verhandlungstage bevorstehen, machte Angebote für ein umfassendes Geständnis und die Namen weiterer Mittäter: knapp fünf Jahre für den mutmaßlichen Kopf der Bande, um drei Jahre und sechs Monate für seine Mitangeklagten. Darauf wollte sich beim derzeitigen Stand des Verfahrens niemand einlassen. Der Prozess wird am 6. Oktober ab 9 Uhr im Landgericht fortgesetzt. - thk

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