Schwere Beute: Schrotthändler streiten ab

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Stahlrohlinge für Gabelstapler-Zinken stehen schon ein paar Jahre im Freien – und sind angerostet. Deshalb aber nicht wertlos. Das weiß deren Besitzer, Geschäftsführer eines metallbearbeitenden Betriebs in Nieder-Wippekühl, genau. Und das wissen jetzt auch das Schöffengericht und der Staatsanwalt.

Zwei Schrotthändler, Brüderpaar aus Münster, 47 und 45 Jahre alt, sollen 25 bis 30 dieser Rohlinge geklaut haben. Angenommener Schaden: rund 28 000 Euro.

Doch die Brüder – „Wir sind Rohprodukthändler“ – streiten alles ab. Ja, auf dem Hof des Betriebes seien sie am 15. Dezember 2009 schon gewesen, warum auch nicht? Denn auf einer Sammeltour durchs Sauerland hätten sie erst in Plettenberg und dann auch in Schalksmühle Halt gemacht. „Aber“, sagt der ältere der beiden, große Tätowierung auf dem rechten Handrücken, „wir haben nur aufgeladen, was wir durften“. Für Stahlschrott solch ein Risiko einzugehen, dass sei doch verrückt.

Für die beiden Verteidiger, die Rechtsanwälte Friedrich Kellersmann und Hans-Georg König, liegt der Fall klar. Die zweieinhalb Tonnen wiegenden Zinken, aufgereiht auf einem Stahlgestell, hätten den 7,5 Tonner der Angeklagten überlastet. 2,1 Tonnen hätten sie in Plettenberg schon geladen, 3,1 Tonnen Zuladung dürften nicht überschritten werden. Und 2,7 Tonnen hätten sie am selben Tag einem Verwerter in Werl verkauft. Der jüngere Bruder: „Ja, Schrott ist schon ganz schön schwer.“

Doch ein Mitarbeiter eines benachbarten Betriebes will gesehen haben, wie das Gestell mit der gewichtigen Fracht bereits auf der Ladefläche stand – kurz vor der Abfahrt. „Das würde ich schwören und unterschreiben.“ Die Brüder bestreiten weiter. Advokat König zückt drei Beweisanträge. Mehr Zeugen sollen vernommen werden. Richter Leichter ist an einem Ende des Prozesses gelegen. Doch abschmettern will er die Anträge auch nicht. Dem Tätowierten steht eine komplizierte Knieoperation bevor. Das Verfahren wird ausgesetzt. Fortsetzung „wahrscheinlich irgendwann im Februar“, so der Richter. ▪ omo

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