Schwalbenfreundliches Haus in Albringwerde

Diese vier kleinen Rauchschwalben gehören zu den vielen Gelegen, die rund um das Haus der Familie Fischer in Albringwerde zu finden sind. Knapp 20 Mehl- und Rauchschwalbenpaare brüten dort rund zwei Mal jährlich. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Für die einen sind sie lärmendes und vor allem Dreck verursachendes Federvieh, das man am liebsten nicht am Haus haben möchte. Für die anderen sind sie zwitschernde Flugkünstler, deren Erhalt man gerne unterstützen möchte.

So wie für Familie Fischer aus Albringwerde, für die es selbstverständlich ist, Rauch- und Mehlschwalben ein Zuhause zu bieten, genauer gesagt, Brutmöglichkeiten. Dafür erhielten Fischers jetzt eine besondere Auszeichnung: Der NABU NRW kürte ihren Hof als „schwalbenfreundliches Haus“ – eine entsprechende Plakette ziert seitdem den Hauseingang.

„Wir haben seit vielen Jahren mehr als 20 Rauch- und Mehlschwalbenpaare, die bei uns brüten und immer wieder auf unseren Hof zurückkommen“, erzählen Erhard und Renate Fischer nicht ohne Stolz. Und es sei für sie daher auch keine Frage, dies zu unterbinden. Denn während andere – verbotener Weise – die Nester der gefährdeten Sommerboten vernichten, weil die Hauswände durch Nistbaumaterial und Schwalbenkot verschmutzt würden, reiht sich unterm Dach des Fischer-Hauses ein Nest an das andere. Dabei bietet ihnen der Rauputz sowie der Überstand des Daches ideale Bedingungen für die Haftung der Nester am Mauerwerk. Doch auch bis in den ehemaligen Kuhstall, den Flur sowie die Scheune haben es die Vogelpärchen geschafft. „Die suchen sich schon ihren Weg und schlüpfen durch die kleinsten Löcher“, weiß die Familie.

Dass damit auch Dreck verbunden ist, stört Erhard Fischer und seine Frau sowie Sohn Stephan und dessen junge Familie nicht. „Das ist nun einmal die Natur und die wird heute immer weniger gewürdigt. Man sollte doch froh sein, dass die Vögel noch kommen“, sind Fischers überzeugt. Es würde zwar viel über Naturschutz gesprochen, doch nur die Wenigsten würden auch etwas tun. „Das sind die Idealisten.“

Und so lässt die Familie die Schwalbenpaare nicht nur brüten, sondern schafft ihnen auch Möglichkeiten zur Wasser- und Schlammaufnahme, damit die Nester überhaupt gebaut werden können. Und auf eigens gespannten Leinen im Stall kann man die Schwalbenpaare abends schlafen sehen. Ebenso wenig wie der Dreck stört es die Schalksmühler auch nicht, dass es bei der Fütterung des Schwalbennachwuchses auch mal lauter werden kann. „Das ist kein Lärm – den macht hier höchstens die Autobahn.“ ▪ kes

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