„Gut in Deutsch und Mathe zu sein, reicht nicht mehr“

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Das Interesse der Schalksmühler, am Vortrag von Margret Rasfeld war groß. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Immer wieder mussten Stühle herangeschafft werden. Viele Schalksmühler waren am Samstag zur Auftakt-Informationsveranstaltung zur weiterführenden Schule gekommen. Mit großem Interesse verfolgten sie die Ausführungen der Schulexpertin Margret Rasfeld.

Im Sommer 2015 läuft die Verbundschule in Schalksmühle aus. Doch eine weiterführende Schule ist für viele Menschen eine Grundvoraussetzung, um in einem Ort leben zu können. Aus diesem Grund befürwortet eine große Zahl an Eltern, Kindern, Lehrern und anderen Gemeindemitgliedern auch weiterhin eine weiterführende Schule in Schalksmühle.

Gemeinsam mit dem Bielefelder Schulentwickler und Experten Achim Körbitz stellt die Gemeinde mit Bürgermeister Jörg Schönenberg seit Beginn des Jahres Überlegungen an, wie eine solche Schule aussehen könnte. Da in die Planungen alle Beteiligten, allen voran die Eltern und Lehrer, mit einbezogen werden sollen, fand jetzt eine Auftakt-Informationsveranstaltung zum Thema im Pädagogischen Zentrum Löh statt. Der Andrang und das Interesse waren sehr groß. „Eine neue Schule in Schalksmühle wird nur bestehen können, wenn sie sich durch ein besonderes Konzept von den bestehenden Regelschulen in unserer Nachbarschaft abhebt“, stellte Bürgermeister Jörg Schönenberg einleitend klar. Es müsse sich um ein so genanntes „Leuchtturmkonzept“ handeln, das eine Strahlkraft über die Region hinaus aufweise. Ein solches außergewöhnliches Konzept, die „Primusschule“, wurde im Rahmen der Auftakt-Veranstaltung ausführlich vorgestellt.

Herausforderungen

ändern sich

Die Leiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, Margret Rasfeld, und zwei ihrer Schülerinnen waren extra angereist, um von ihren Erfahrungen mit einer außergewöhnlichen und in vielen Grundsätzen der noch überwiegend angewandten Art des Unterrichts radikal widersprechenden Schulform zu berichten. „Das Industriezeitalter ist vorbei, und auf die Menschen des 21. Jahrhunderts kommen völlig neue Herausforderungen zu“, so Rasfeld. „Es findet ein radikaler Umbau der Berufswelt statt, und die Menschen brauchen eine andere Ausstattung – gut in Deutsch, Mathe und Englisch zu sein, reicht heute nicht mehr aus.“

Das längst überholte Schulsystem in Deutschland habe sich jedoch nicht verändert und sich den Gegebenheiten angepasst. Deshalb sei ein radikaler Paradigmenwechsel notwendig. Bei der „Primusschule“, einer Schulform, die in der Evangelischen Schule Berlin Zentrum mit großem Erfolg praktiziert werde, handelt es sich um eine Gesamtschule mit individueller Förderung in den Klassen 1 bis 10, bei der alle Schulabschlüsse möglich sind.

„Wir wollen mit unserer Schule bei den Schülern den Geist von Aufbruch, Risikobereitschaft und Innovation wecken“, betont die Pädagogin. Dabei wird das gewohnte Schulsystem mit einem starren Stundenplan und 45-minütigen Unterrichtseinheiten in weiten Teilen aufgelöst und den Schülern ein hohes Maß an Entscheidungsspielräumen und Eigenverantwortung zugebilligt. Die aus je 26 Schülern bestehenden Klassen werden von zwei Lehrern betreut, die für je 13 Schüler die Funktion eines persönlichen Tutors übernehmen. „Es gibt keinen ‚Frontalunterricht’ mehr, sondern eine Individualisierung der Lernprozesse“, so Rasfeld.

50 Schüler in

Schalksmühle nötig

Entscheidet sich Schalksmühle für die Primusschule, müssen mindestens 50 Schüler aus dem Gemeindegebiet die Schule besuchen.

Aus diesem Grund riefen Jörg Schönenberg und Achim Körbitz Eltern und Lehrer dazu auf, sich zu engagierten und verstärkt die in der nächsten Zeit angebotenen Workshops zu besuchen, für die sich die Eltern bereits vor Ort verbindlich anmelden und in entsprechende Listen eintragen konnten. ▪ bot

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