Schulentwicklung: Fraktionen einig

Schalksmühle und Halver wollen gemeinsam den Weg einer gemeinsamen Schule gehen.

SCHALKSMÜHLE ▪ Von einer „historischen Stunde“ war die Rede. Von etwas „ganz Besonderem“ in der Geschichte Halvers und Schalksmühles. Kurzum: Es wehte der Hauch des Einmaligen durch die Aula des Anne-Frank-Gymnasiums, als sich die Räte der Stadt Halver und der Gemeinde Schalksmühle zur gemeinsamen Sitzung trafen.

Dabei zeigte sich schnell: An den Schalksmühler Fraktionen wird eine gemeinsame Sekundarschule, wie sie seit Monaten im Gespräch ist, nicht scheitern.

Nachdem Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg – wie zuvor bereits sein Halveraner Amtskollege Bernd Eicker – betont hatte, lediglich die künftige gemeinsame Schulentwicklung auf den Weg bringen, aber noch nicht über die Sekundarschule selbst entscheiden zu wollen, verdeutlichte Fachbereichsleiter Thomas Gehring, warum eine interkommunale Lösung anzustreben ist: Die Schulentwicklungsplanung beider Kommunen zeigt demnach eindeutig, dass es immer weniger Schüler gibt, um insbesondere Halveraner Haupt- und Schalksmühler Verbundschule betreiben zu können. Werden im kommenden Jahr noch 92 (Halver) beziehungsweise 62 (Schalksmühle) Schüler die heimischen weiterführenden Schulen besuchen, sinkt deren Zahl bis zum Jahr 2017 voraussichtlich auf 72 und 43.

Den Ausführungen des ehemaligen Halveraner Realschulleiters Hartmut Wächter, der die Rahmenbedingungen und Organisationsmöglichkeiten einer Sekundarschule aufzeigte, folgte die Demonstration der Geschlossenheit: Die deutliche Mehrheit aller Ratsfraktionen beider Kommunen sprach sich für den Beschlussvorschlag aus, eine gemeinsame Schulentwicklung vorzubereiten und unter anderem auch das Angebot einer Sekundarschule zu prüfen. Als einziges Ratsmitglied enthielt sich Ingeborg Zensen von der Halveraner SPD-Fraktion, die dafür auch von ihrem Schalksmühler Parteigenossen Lutz Schäfer Kritik erntete: Der Fraktionsvorsitzende, selber Lehrer am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg (mit Standorten in Lüdenscheid und Plettenberg), wollte die Sorge Zensens ausräumen, dass eine Teilstandortschule Nachteile mit sich bringt. „Das klappt wunderbar“, so Schäfer.

Und auch Vertreter der übrigen Schalksmühler Fraktionen sprachen sich für eine optimistische Herangehensweise aus. Jan Schriever (FDP) betonte, dass auch Halver von rückläufigen Schülerzahlen betroffen sein wird. Eine gemeinsame Schulentwicklung sei nur ein weiterer Schritt in einem interkommunalen Prozess, der bereits durch die Regionale und den Sport angestoßen wurde. Klaus Nelius von der UWG griff beim Blick auf den demographischen Wandel auf ein Zitat von Aristoteles zurück: Man könne den Wind nicht beeinflussen, aber die Segel anders setzen. „Auch Kinder des dritten und vierten Jahrgangs haben das Recht, künftig ohne weit fahren zu müssen unterrichtet zu werden. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen.“ Und Bernd Müller (UWG) warnte mit Blick auf die Skepsis der Halveraner SPD-Fraktion davor, die Dinge bereits jetzt zu „zerreden“.

Letztlich votierten die Schalksmühler Fraktionen einstimmig dafür, die gemeinsame Schulentwicklung mit Halver anzugehen. Und auch in den Halveraner Reihen war das Votum deutlich – mit eben einer Ausnahme. ▪ zach

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