Schule gegen Rassismus: Primusschule erhält Auszeichnung 

Die Schüler Isabell Kind und Ole Lauterbach führten durch den Festakt und nahmen im Beisein von Schulleiterin Astrid Bangert (links) die Plakette von Alexandra Herl entgegen.
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Die Schüler Isabell Kind und Ole Lauterbach führten durch den Festakt und nahmen im Beisein von Schulleiterin Astrid Bangert (links) die Plakette von Alexandra Herl entgegen.

Auch die Primusschule in Schalksmühle gehört jetzt zum bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Urkunde und Plakette überreichte am Donnerstagvormittag Alexandra Herl vom Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises stellvertretend für die gesamte Schule an Schulleiterin Astrid Bangert.

Schalksmühle – Dazu gab es einen Festakt im PZ der Schule, an dem unter anderem Bürgermeister Jörg Schönenberg und Silvia Gonzalez vom Ordnungsamt der Gemeinde teilnahmen. Der Dank der Schulleiterin galt vor allem Lehrerin Islim Erdal, die das Anliegen des Netzwerkes in der Schule mit Leben füllt. Unter anderem wurde ein Kalender erstellt, der Termine enthält, an denen besondere Aktionen für ein besseres Miteinander und gegen Ausgrenzung stattfinden.

Für Alexandra Herl, die kreisweit bereits etliche Schulen in dem Netzwerk begrüßen konnte, war der Tag in der Primusschule etwas Besonderes. Nicht nur weil sie selbst aus Schalksmühle kommt, sondern vor allem, weil sich bei der Unterschriftensammlung mehr als 90 Prozent der Akteure an der Schule – von den Schülern über die Lehrkräfte bis zum Hausmeister – für die Beteiligung an dem Netzwerk ausgesprochen haben, und das trotz der Corona-Bedingungen. Außerdem seien bislang im Märkischen Kreis nur weiterführende Schulen im Netzwerk vertreten. Mit der Primusschule sind auch Kinder im Grundschulalter an den Aktionen beteiligt. Alexandra Herl würde sich wünschen, dass andere Grundschulen folgen. Sie sagte, Courage zeigen bedeute auch, bei sich selbst anzufangen. Jeder Habe Vorurteile. Sich dessen bewusst zu sein und sich zu fragen, wie man damit umgehen kann, sei wichtig. Da könnten Eltern oft noch von ihren Kindern lernen.

Als Patin für das Projekt wurde die frühere Bürgermeisterin Heide Bachmann gewonnen, die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang an dem Festakt teilnahm. Sie sagte, sie habe überhaupt nicht nachgedacht, als sie gefragt wurde, ob sie die Patenschaft für die „Schule ohne Rassismus“ übernehmen würde und sofort zugesagt. Denn die Anfrage kam, als sie selbst gerade sehr besorgt gewesen sei wegen einiger Vorkommnisse und überlegt habe, wie Schalksmühle und sie selbst etwas tun könnten, um Gewalt und Ausgrenzung etwas entgegenzusetzen. „Ich wünsche mir, dass es mir gelingen wird, mich an der einen oder anderen Stelle miteinzubringen“, sagte Heide Bachmann ihre Unterstützung zu.

Jörg Schönenberg machte deutlich, wie die Gemeinde hinter dem Projekt steht: „Wir sind mehr als stolz darauf, dass wir mit der Schalksmühler Schule an dem Netzwerk teilnehmen.“ Die Verpflichtung dazu sei regelrecht im Leitbild der Primusschule begründet. Dazu verwies er auf das Plakat, das dessen wesentliche Begriffe zusammenfasste – unter anderem Vielfalt, Wertschätzung und Gemeinschaft. Der Bürgermeister hob hervor, dass Rassismus nicht die einzige Form von Ausgrenzung und Ungerechtigkeit ist. Auch Mobbing gehöre dazu. Wenn man etwas ändern wolle, „muss man vor der eigenen Haustür anfangen.“ Den Schülern riet er, sich einzusetzen, wenn sie etwas verändern wollten. Seine Rede beendet er mit einem Appell für Toleranz: „Ich denke, wir sollten alle so nehmen, wie sie sind, dann haben wir eine schöne Welt.“

Die Schüler der Stufe drei erarbeiteten in Workshops mit Martin Rietsch, alias 2schneidig, bekannt für seine Kampagne „Against Racism – For a Better Tomorrow“, wie sie selbst sensibler werden für Themen wie Rassismus und Mobbing. Unter anderem ging es darum, welche Wirkung Worte haben können – positive wie negative. Dabei motivierte Rietsch die Jungen und Mädchen, über eigene Rassismus- und Mobbing-Erfahrungen zu sprechen. Ziel seiner Arbeit sei es, Kinder und Jugendliche zu ermutigen gegen Ungerechtigkeit und für Menschlichkeit und Respekt einzutreten. Außerdem ging Rietsch auf das Thema Antisemitismus ein – viele wüssten gar nicht, was das bedeute.

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