Corona

Schützen ziehen Bilanz - und ahnen für 2021 nichts Gutes

Hülscheider Schützen, Corona, Königsball
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Für Jens und Cathrin Kubik sowie Sinja Kubik und Sven Busch, die amtierenden Königspaare, bedeutete die Corona-bedingte Absage des Königsballs ein weiteres Königsjahr.

Die erste Traditionsveranstaltung, die bei den Hülscheider Schützen der Pandemie zum Opfer fiel, war der Königsball. Schweren Herzens mussten die Verantwortlichen im März vergangenen Jahres das glanzvolle Ereignis, das Höhepunkt im Amtsjahr eines jeden Königspaares und alljährlich ein Höhepunkt im Veranstaltungsreigen der Gemeinde ist, streichen. Auch die folgenden Monate wurden nicht besser.

Heedfeld - Die Absage des Schützenfests – ein tiefer Einschnitt – ließ nicht lange auf sich warten. Über das Coronajahr 2020, das das Vereinsleben bei den Schützen – wie bei anderen Vereinen auch – nahezu vollständig zum Erliegen brachte, sprach unsere Zeitung mit Holger Rutenbeck, 1. Vorsitzender der Hülscheider Schützen.

„Wir haben noch die Jahreshauptversammlungen komplett durchgeführt. Von Corona redete noch kein Mensch“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende, wenn er auf den Jahresanfang 2020 zurückblickt. „Die Feste wurden alle geplant. Dann kam Corona.“ Das Erste, was ausgefallen sei, sei daraufhin der Königsball gewesen. Anfangs habe noch jeder geglaubt, dass die Pandemie nicht so lange dauern werde. Als sich abzeichnete, dass dem nicht so war, habe der Verein jedoch schnell reagiert und das Schützenfest frühzeitig abgesagt. Persönlich sei damals jedes Mitglied per Brief angeschrieben worden, um die Schützen über die Entscheidung der Vereinsführung, die sich im Nachhinein als die einzig Richtige erwies, zu informieren.

Für Jens und Cathrin Kubik sowie Sinja Kubik und Sven Busch, die amtierenden Königspaare, bedeutete diese Entscheidung ein weiteres Königsjahr. Das Einzige, was vom Schützenfest im vergangenen Jahr blieb, war die Kranzniederlegung am Ehrenmal in Heedfeld zum Gedenken an die Verstorbenen. In kleinstem Kreis erwiesen die Schützen den Toten die Ehre. Das ursprünglich angedachte Kaffeetrinken mit den Ex-Majestäten, für die 2020 ein rundes Jubiläum ins Haus stand, fiel aufgrund wieder ansteigender Coronazahlen im Herbst dagegen schon wieder ins Wasser.

Corona-Ruhe: Die Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten im Schießheim Heedfeld sind so gut wie abgeschlossen. Die alte Seilzuganlage hat einer digitalen Anlage Platz gemacht. Jeder der zehn Plätze ist mit einem Tablet ausgestattet.

Die Zeit, in denen das Vereinsleben ruhte, nutzten die Schützen zum Renovieren und Modernisieren ihres 30 Jahre alten Schießheims. „Wir haben eine komplett neue Schießanlage bekommen“, sagt Holger Rutenbeck. „Die Arbeiten sind in den allerletzten Zügen.“ Die alte Seilzuganlage hat einer neuen digitalen Anlage Platz gemacht. Zehn Plätze, von denen jeder mit einem Tablet ausgestattet ist, stehen künftig für den Schießbetrieb zur Verfügung. Auf dem Tablet sieht jeder sofort, wie gut sein Schuss war. Zugleich werden die Ergebnisse auf einen großen Monitor in den Vorraum übertragen. I

Investiert haben die Schützen zudem in die Barrierefreiheit ihres Schießheims. Durch die verbreiterten Türen passt jetzt mühelos ein Rollstuhl hindurch. Das Glas in einer Tür ermöglicht Besuchern, bei Wettkämpfen einen Blick auf die Wettkampfteilnehmer zu werfen, ohne diese in ihrer Konzentration bei der Ausübung ihres Sports zu stören. Frische, warme Farbe an den Wänden und aufgearbeitete Fußböden vervollständigen den ansprechenden Anblick, den das Schießheim nach der Modernisierung bietet.

Die Chancen für ein Schützenfest stehen nicht gut.

Holger Rutenbeck, 1. Vorsitzender der Hülscheider Schützen

Dankbar ist Holger Rutenbeck „für die großartige Unterstützung aller Beteiligten“ und dafür, dass es im Coronajahr 2020 kaum Vereinsaustritte gab. Fast alle hielten ihrem Verein die Treue. Wie es 2021 weitergeht, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Ob es ein Schützenfest geben kann, steht in den Sternen. „Die Chancen für ein Schützenfest stehen nicht gut“, sagt der Vereinsvorsitzende. Mit den Planungen müsste jetzt eigentlich begonnen werden – und das ist aufgrund vieler Unwägbarkeiten nicht möglich. Eher vorstellen kann er sich eine nachgeholte Einweihungsfeier des modernisierten Schießheims, wenn es die Corona-Lage Mitte bis Ende des Jahres zulässt.

Sollte es kein Schützenfest geben, würde sich die Amtszeit der amtierenden Majestäten um ein weiteres Jahr verlängern. Nach wie vor gilt für Holger Rutenbeck: „Wir werden kein Königspaar ohne Königsball entlassen.“ Vorerst werden erst einmal die Jahreshauptversammlungen des Gesamtvereins verschoben. Was dann stattfinden kann und was nicht, werden die kommenden Monate zeigen. Eines steht jedoch fest: Der Schießsport, die Treffen und das Miteinander-Reden fehlen allen.

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