Schüler schwamm trotz Verbot

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In der Nähe des Unfallortes, der Schwimminsel, steht am Land ein Schild, das auf das Schwimmverbot hinweist. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ „Wir sind alle tief betroffen und bewegt über die Nachricht vom Tod unseres Schülers. Die tragischen Umstände seines Todes erschüttern uns.“ Das Kollegium und die rund 750 Schüler des Hagener Gymnasiums Hohenlimburg gedachten am Freitag mit einer Schweigeminute und Andacht ihres in der Glörtalsperre ertrunkenen Schülers, Freundes, Mitschülers.

Von Seiten der Schule hieß es im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das gesamte Kollegium und die Schüler unter Schock ständen. Dennoch hätte die gesamte Schule – auch die Lehrer und Schüler, die am Mittwoch an der Glör waren – an der Andacht teilgenommen. Dabei seien sie von Seelsorgern betreut worden. Die Ursache, warum der Junge, der nach neusten Informationen noch 14 Jahre alt war und erst im August 15 Jahre alt geworden wäre, plötzlich von der Wasseroberfläche verschwand, ist noch unklar. Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer sagte, dass eine Obduktion zwar durchgeführt worden sei, aber aufgrund der Reanimationsversuche der Rettungskräfte weitere Folgeuntersuchungen nötig seien, um die genaue Todesursache festzustellen.

Klar ist inzwischen, dass das Schwimmen verboten war. „Grundsätzlich ist das Baden nur in dem ausgewiesenen Bereich erlaubt, wenn an Wochenenden und Feiertagen zwischen neun und 20 Uhr die DLRG-Station besetzt ist und deren Fahne weht. Darauf weisen gut sichtbare Schilder, teilweise direkt am Ufer hin. Außerhalb dieser Zeiten herrscht Badeverbot“, sagte Ulrich Wehmann, Geschäftsführer der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH. Allerdings könne das Schwimmen kaum verhindert werden. „Man kann den See ja nicht einzäunen.“ Das sei ein lange bekanntes Problem, welches aber kaum verfolgt werden könne. Die DLRG-Station könne aus Kosten- und Personalgründen nicht durchgehend besetzt werden.

Frank Dornis, Marketingleiter des Deutschen Jugendherbergswerkes verwies darauf, dass die Gäste der Jugendherberge Glörsee auf die bestehenden Regelungen hingewiesen würden und grundsätzlich die Gruppenleiter der gastierenden Gruppen die Aufsichtspflicht hätten. „Das Ufer ist ja an vielen Stellen begehbar und eine Umgehung des Badeverbotes somit nicht auszuschließen“, gab er zu bedenken.

Ulrich Wehmann verwies auf die Risiken, die das Baden in Naturseen wie Stau- und Baggerseen mit sich bringt: „Die Wassertemperatur ist nicht immer gleichmäßig“. Im tiefen Wasser falle sie oft schlagartig ab. Ob diese sogenannte Temperaturschichtung dem 14-Jährigen zum Verhängnis wurde, ist weiterhin unklar. ▪ lw/mc

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