Schüler-Projekt: „PZ Löh schon frei von Atomstrom“

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Philip Paplinski, Gabriel Dulion, Cem Akbaba und Emre Sen bilden die Projektgruppe „Save Energy“.

SCHALKSMÜHLE ▪ Nach Fukushima wieder topaktuell: Die Schüler-Projektgruppe „Save Energy“ gibt es aber schon länger als drei Monate. Sie befasst sich mit der energiewirtschaftlichen Situation am Verbundschulstandort Löh.

Vier Schüler aus der Klasse 9 – Philip Paplinski, Gabriel Dulion, Cem Akbaba und Emre Sen – haben zusammen mit Martin Halbrügge vom Eco-Team die Energiebilanz des Gebäudekomplexes überprüft und einige überraschende Erkenntnisse gewonnen.

Philip und Gabriel setzten sich mit der Nutzung von Atomkraft zur Stromerzeugung auseinander. Detailliert stellten sie Vor- und Nachteile dieser Art der Energiegewinnung dar. Die Nachteile stehen nach Fukushima und 25 Jahre nach Tschernobyl wieder stark im Fokus – ganz vorn die Radioaktivität, die umweltbelastende Förderung von Uranerz, der enorme Kühlwasserverbrauch und die nicht befriedigend gelöste Endlagerproblematik, um nur einige zu nennen. Vorteil: Atomstrom ist relativ preiswert und wird fast überall auf der Welt hergestellt. Einzig Afrika ist – bis auf Südafrika – nahezu atomfreie Zone.

Mit Mitteln des Konjunkturpakets II

Die zweite Gruppe befasste sich mit dem Blockheizkraftwerk (BHKW) am Löh, das zur Beheizung der Verbundschule, der Grundschule, der Turnhalle und des Schwimmbades dient. Es wurde im August vergangenen Jahres für rund 400 000 Euro installiert und größtenteils aus Mitteln des Konjunkturpakets II finanziert. Es wird mit Gas betrieben und deckt über die Beheizung hinaus den kompletten Energiebedarf der Schulgebäude – in erster Linie also den der Beleuchtung.

Das BHKW hat nach Darstellung der Schülergruppe einen guten Wirkungsgrad. Die Anlage befindet sich auf dem Stand der Technik. Sie hat im vergangenen Jahr ein Anfang der 1990er installiertes Kraftwerk abgelöst.

Schulzentrum ohne Atomstrom

Das neue BHKW produziert mehr Strom als der Atomstromanteil der gesamten von der Gemeinde verbrauchten Energie beträgt. Der Atomstromanteil, den die Mark E nach Schalksmühle liefert, ist seit 2004 deutlich gesenkt worden und beträgt zurzeit 7,1 Prozent. Auch der Stromanteil aus fossiler Energie ist geringer geworden, hat aber immer noch den Hauptanteil. Gestiegen ist dagegen der Anteil des sogenannten Ökostroms. „Nach den Erkenntnissen unserer Arbeitsgruppe wird das Schulzentrum Löh sozusagen schon frei von Atomstrom betrieben, wenn man die vom BHKW erzeugten Mengen zugrunde legt“, sagte Halbrügge.

Die umweltfreundliche energetische Ausrichtung der Kommune könnte durch den Einkauf von mehr Ökostrom noch verbessert werden. Der koste aber zurzeit rund einen Cent mehr pro Kilowattstunde. Am Löh selbst könnte durch den Einsatz sparsamer Beleuchtungskörper in den Klassenräumen noch einmal deutlich Strom gespart werden. „Das würde aber für die Schule komplett rund 46 000 Euro kosten“, sagten Emre und Cem.

Kämmerer Reinhard Voß, an dessen Fachbereich das Projekt angegliedert ist, erklärte, dass zunächst mit der Umrüstung von zwei Klassenräumen auf energiesparende Beleuchtung begonnen werde. Die Schüler und Energie-Experte Halbrügge wollen die Energiesituation weiter begleiten und analysieren. Unterstützt wird das Projekt mit Mitteln des Bundes. ▪ Boris Milder

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