Schrottsammler in Schalksmühle unterwegs

Schrotthändler fährt Mann fast um - das ist die Strafe

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Schrottsammler landet vor Gericht nach Vorfall in Schalksmühle.

Schalksmühle/Lüdenscheid - Genervt von ständigen Besuchen von Schrotthändlern, forderte ein Betreiber einer Senioreneinrichtung am 10. Oktober zwei Männer in einem Kleintransporter auf, den Parkplatz der Einrichtung unverzüglich zu verlassen. Doch das taten sie nicht. 

Statt sich zu trollen, „fuhr der Angeklagte mit hoher Geschwindigkeit auf den Zeugen zu“, hieß es in der Anklage. Denn im Amtsgericht Lüdenscheid musste sich ein 31-jähriger Mann aus Oer-Erkenschwick dem Vorwurf der Nötigung stellen. Offensichtlich wollte er sich nicht an den Vorfall erinnern: „Wo soll das gewesen sein? Ich kann mir das nicht vorstellen“, gab er den Ahnungslosen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemanden gezwungen oder genötigt hätte.“ 

Umso deutlicher erinnerte sich der Betreiber der Einrichtung, der sich mit einem Sprung zur Seite vor dem herannahenden Fahrzeug gerettet hatte: „Er kam mit laufendem heulenden Motor auf mich zugefahren. Ich hatte Todesangst.“ 

Mann rettet sich mit Sprung zur Seite

Ein weiterer Zeuge bestätigte das erhebliche Gefahrenpotential des Manövers: „Wäre er nicht beiseite gesprungen, wäre er wahrscheinlich mitgenommen worden.“ Auf Nachfrage bestätigte er, dass das gefährliche Fahrmanöver eine absichtliche Provokation gewesen sei. Glücklicherweise blieb der Betreiber unverletzt. 

Es sei offenbar eine durch das Gerüst weithin wahrnehmbare Baustelle gewesen, die Schrottsammler anlockte, erklärte er: „Ständig kamen Leute, die nach Schrott fragten.“ 

Foto vom Fahrer als Beweis

Kurz vor dem rettenden Sprung vor dem herannahenden Kleinlaster hatte der Zeuge noch ein Foto von dessen Führerhaus gemacht. Dieses Foto diente vor Gericht zur Identifizierung des Fahrers. Ja, das sei er, gab der Angeklagte zu und wiederholte seine Litanei: „Ich kann mich nicht erinnern.“

Und dann ergänzte er noch eine Aussage, die kein gutes Licht auf das Verhältnis von Schrottsammlern zu den von ihnen „Besuchten“ warf: „Es existieren täglich mehrere Fotos, die von mir gemacht werden.“ Das Urteil Richter Thomas Kabus folgte schließlich dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Angeklagten wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 15 Euro, insgesamt also 750 Euro.

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